Jedes weitere Kapitel ist ein Versuch, das Ende zu finden

Von André Adolphe-Eugène Disdéri, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=304188

Jeder Roman hat doch ein verdammtes Ende. Anfänge hingegen sind leicht dahingeschrieben, aber dann.

Jedes Kapitel – es dient doch nur, um eine Richtung zu erloten, die zum Ende führt – und es verzettelt sich doch dann irgendwohin, wo es frisch riecht und wo eine anders gefärbte Hoffnung aufkeimt auf das unglaubliche Ende, das enorm sinnvoll ist.

Jedes Kapitel ist zum Anfang eines neuerlichen Versuchs, zum Ende zu finden.

Wie einfach wäre da ein Fluss! Einer, der unentwegt nur in eine Richtung treibt, und ich, ich müsste nur lachsartig flussaufwärts. Meine Gedanken springen und ich denke den genialsten Fluss der Literatur, “Herz der Finsternis” aus 1899, ist gleich “Apokalypse Now” aus 1979. Das ist eine Reise durch eine verrückte Welt, am Ende steht derjenige, weswegen es diese Reise überhaupt gegeben hat, mitsamt dessen Wunsch, getötet zu werden.

Eigentlich. Es bräuchte nur einen weiteren Kurtz und einen weiteren Marlow/Willard. Aber. Nein, Thomas, streng dich an! Denke, aber nicht zu kompliziert, denke! Komm schon!

Samuel Beckett on Film – meine persönliche Hitlist

Samuel Beckett, 1977

Beckett geht es um den Verfall, und im Zuge dessen scheißt er auf schlüssige Handlung.

In anderer Literatur außerhalb von Beckett geht es bloß um Liebe, um Hoffnung, um Leute, die etwas erreichen wollen – sogar William Burroughs, der sonst nicht viel will und auch kein Handlungsfetischist ist, der will etwas, nämlich den nächsten Schuss, und das will er genauso wie Henry Miller, der auch keine Handlung braucht für den nächsten Fick.

Hier also meine Liste der Beckett-Verfilmungen, eine vorläufige, weil ich noch nicht alles gesehen habe. Die Reihenfolge enspricht absteigend der Wertung, wie ich sie heute empfinde.

Catastrophe

Das ist Beckett To Go. Das ist kurz, absurd und überschaubar. Hier tritt eine schöne Frau auf (weche Ausnahme), hier geht es um das Drapieren einer Katastrophe, um das Drapieren eines alten Mannes auf der Bühne.

Krapp’s Last Tape

Toll wie der alte Mann auf der Bühne anfänglich nicht spricht, bloß das Tonband, das aus der Zeit stammt, als er 39 war. Dieses wütende Weiterspulen als der 39jährige euphorisch über eine Erkenntnis berichtet, die ihn von dem depressiven Denken erlöste (und dann doch wieder nicht).

That Time

Da spricht einer im dringlichen Monolog, während die Kamera sein unbewegtes Gesicht zeigt. Der Mann redet mit großer Intensität, und dieser Fluss von irgendwie sinnlosen Worten motiviert mich, letztens also habe ich gut und viel geschrieben während von der Seite der Monolog rauschte.

Endgame

Beeindrucken, dieses Abähgigkeitsverhältnis! So sinnstiftend für mein Schreiben, ich mach mir gleich eine sklavische Abhängigkeit meines Protagonisten zu einem Mann. Coole Idee, die Eltern des alten Mannes in Mülltonnen.

Come and Go

Sehr sauber konstruiert und kurz.

Rockaby

Die Frau im Schaukelstuhl hab ich noch nicht ausgehalten.

reiß dich mit meinen fingern entzwei (Das Kinderbuch des Oskar K)

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rot fischlein
fischlein rot
stech dich mit dem dreischneidigen messer tot
reiß dich mit meinen fingern entzwei
daß dem stummen kreisen ein ende sei

rot fischlein
fischlein rot
mein messerlein ist rot
meine fingerlein sind rot
in der schale sinkt ein fischlein tot

Aus: Oskar Kokoschka, Die Träumenden Knaben, 1908

8. November 2015 – Lesung in Wien

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Wie jedes Jahr im November kommen die Autorinnnen und Autoren von GRAUKO über den Wechsel gebraust, um dem Wiener Publikum neue Texte vorzustellen.
Mit dabei : Peter Heissenberger, Isolde Bermann, Kuno Kosmos, Thomas Wollinger, Veronika, Unger, Ute Schlerath und Margarita Kinstner.

Wann: 8. November 2015
Beginn: 20:00
Ort: Café Anno, Lerchenfelder Straße 132
annoliteratursonntag.wordpress.com

Foto Wettbewerb: GRAUKO sucht die schönsten Leseplätze

2014-08-17 14.17.43 (2)Wir wollen unseren GRAUKO-Blog über den Sommer auffrischen, um Ende August mit einem lebendigeren Konzept zu starten. Dafür suchen wir schöne Bilder von Lese-Plätzchen und starten einen Foto-Wettbewerb, an dem alle begeisterten LeserInnen teilnehmen können. Zu GEWINNEN gibt es natürlich auch etwas: Den GRAUKO-LESEKORB.

Wie ihr teilnehmen könnt:

Ihr lasst uns bis 24.8. 2015 ein Foto (oder auch mehrere) von euerem Lieblings-Leseplatz zukommen.

Bitte schickt euer Foto an kommunikation@grauko.com oder ladet es auf unsere Facebook-Seite https://www.facebook.com/Grauko.

Ein unabhängige Jury wählt dann aus den Einsendungen die besten Bilder aus und ermittelt den ersten Platz sowie 4 weitere Fast-Geschafft-Preise. Am 31. August folgt die Auflösung!

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Du denkst, dein Leseplatz ist nicht spektakulär genug?

Das macht nichts. Ob idyllisch, verrückt oder auch ein ganz normales Gartenplätzchen oder gar ein altes Sofa mit Häkeldecke: Alle Fotos sind willkommen! Und wer den Korb unbedingt gewinnen will, kann das Foto ja ein wenig aufpeppen, indem er/ sie sich etwas Lustiges einfallen lässt. Lasst eurer Kreativität freien Lauf, Hauptsache, ihr seid dabei!

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zur Inspiration: Peter Heissenbergers Lieblingsplatz

(Welches Buch auf eurem Bild zu sehen ist, hat übrigens auf die Entscheidung keinen Einfluss – postet euer Lieblingsbuch oder auch das, das ihr selbst geschrieben habt – die Jury wählt nicht das Buch sondern das ansprechendste Bild.)


Was geschieht mit den Fotos?

Wer an unserem Wettbewerb teilnimmt, räumt uns das Recht ein, die Fotos auf unseren Blog zu laden (euer Name wird, wenn ihr das wünscht, selbstverständlich im Copyright erwähnt!) Die Fotos werden nach dem Wettbewerb nicht einfach entsorgt, sondern  in einer schönen Galerie auf unserem neu gestalteten Blog hochgeladen. In Zukunft soll es hier nämlich ein bisschen bunter und lebendiger zugehen, mit einem neuen Layout, regelmäßigen Kolumnen unserer Mitglieder sowie  wertvollen Veranstaltungstipps. 


Du willst wissen, was in dem Lesekorb ist?

korbViel Lesestoff natürlich. Alte und neue Texte unserer GRAUKO-Mitglieder – sowie ein Exemplar von „Die Schmetterlingsfängerin“, dem neuen Buch von Margarita Kinstner, das am 24.8.2015 erscheint. Außerdem ein paar Exemplare der Literaturzeitschrift „& Radieschen“.  Damit es im Herbst, wenn wieder trübere Tage kommen, genug Lesestoff gibt. Aber auch andere Überraschungen erwarten den/die Gewinnerin!

Platz zwei und drei bekommen natürlich auch etwas Schönes. Lasst euch überraschen!


Teilnahmebedingungen: Das Copyright muss bei den EinsenderInnen der Fotos liegen. Alle TeilnehmerInnen erklären sich bereit, dass ihr Fotos in die Galerie auf unseren Blog gestellt werden darf, ob mit Namen oder anonym (in diesem Falle wird ein Pseudonym gewählt) entscheidet jeder Einsendende selbst. Die Kontakte der TeilnehmerInnen werden von GRAUKO für den Fall von etwaigen Coyrightverletzungen bewahrt, jedoch nicht an Dritte weitergegeben.