Gemeinsam an einem Roman schreiben mit Google Drive. Es geht auch offline.

Mit Google den Roman online zu tippen ist cool.

Aber was ist, wenn ich nicht online sein will? Kann ich dann noch arbeiten?

Ja.

Das geht mit dem Web-Browser Google Chrome. Dafür braucht man bloß eine App namens „Google Drive“ installieren.

Und wenn ich offline bin, kann ich also weiterarbeiten – genauso als wäre ich online. Das ist praktisch, wenn ich im Zug oder im Flugzeug sitze. Ich gehe einfach zur Seite docs.google.com/offline, und obwohl ich keine Internetverbindung habe, stehen die Dokumente zur Verfügung als wäre ich im Netz.

Was ist nun, wenn ich offline arbeite, und Isolde schreibt inzwischen online weiter? Wenn ich wieder online bin: was macht Google mit dem Romantext? Nimmt Google meine Änderungen oder die von Isolde?

Nun, ich habe es ausprobiert. Und habe entdeckt: Google achtet darauf, dass alle unsere Änderungen korrekt zusammengeführt werden.

Bravo, Google!

Gemeinsam an einem Roman schreiben mit Google Drive.

Isolde Bermann und ich arbeiten gemeinsam am selben Roman.

Wir wollen nicht E-Mails mit Texten hin- und hersenden, wir wollen nicht Textstücke mühsam zusammenstückeln, und wir wollen nicht – versehentlich – die Änderungen des anderen löschen.

Wir schreiben unseren Roman mit Google Drive. Es bietet unter anderem ein leicht verständliches Textverarbeitungsprogramm, mit dem wir an unserem Roman online arbeiten – siehe obiges Bild.

Wir beide können zur selben Zeit am selben Romantext arbeiten. Dieses gleichzeitige Arbeiten ist witzig – letztens beobachtete ich Isolde beim Tippen. Ist schon erstaunlich, wenn sich so ein Roman scheinbar von selbst weiterschreibt.

Kleine Online-Schreibwerkstatt 6/6: Zu Besuch in deiner Wohnung, aus der Sicht eines Fremden.

Großartig, dass du bei unseren kleinen Schreibwerkstatt bis zum Abschluss dran bleibst!

Mitmachen ist ja ganz einfach: du fügst deinen Übungstext als Kommentar an diesen Blogbeitrag, und danach gibst dein konstruktives/wertschätzendes Feedback zu den Texten der anderen.

So hilfst du anderen, genauso wie die anderen dir helfen.

Voraussetzung für diese Übung ist: Du hast die erste, zweite und dritte Übung bereits gemacht.

Hier die letzte Übung:

Schreibe einen kleinen Text über eine Person, die deine Wohnung besucht, und zwar aus Sicht dieser Person. Darin liegt der Reiz der Aufgabe: das, was dir vertraut ist, aus einem fremden Blickwinkel wahrzunehmen.

Ziel des Texts ist, einen Eindruck deiner Wohnung zu vermitteln; die Leserin soll das Gefühl bekommen, etwas von deiner Wohnung kennengelernt zu haben.

Die Person, die deine Wohnung besucht, ist jemand, die nicht in deiner Wohnung lebt (Freund, Einbrecherin, Kunde, Installateurin, Briefträger,…).

Vermeide Wertungen und Gedanken dieser Person. Du brauchst nicht alle Zimmer zu beschreiben – in der Kürze liegt die Würze.

Arbeite hauptsächlich mit den sinnlichen Wahrnehmungen (Was sieht die Besucherin? Was riecht sie? Was fühlt sich wie an? Siehe die Übung zu VAKOG), vermeide Schlussfolgerungen.

In der Wochenend-Schreibwerkstatt, die ich in den letzten Jahren gehalten hatte, war dies die Hausübung gewesen – mit dieser Aufgabe wurden die Schreibenden in den Samstagabend entlassen, und die Ergebnisse wurden Sonntag Früh besprochen.

Der Sonntag war der Tag, wo wir uns nochmals die Ziele der Schreibenden ansahen – in Hinblick auf die oft fundamentalen Erkenntnisse des Samstags – und in den verbleibenden Übungen konsequent darauf hinarbeiteten. Für Sonntag gab es keinen vorgefertigen Ablauf mehr – jedem Teilnehmer gab ich jene Übungen, die er gerade brauchte. Ja, ja, mit den Jahren kam schon ein ganz großer Bauchladen an guten Übungen zusammen.

Ich hoffe, euch hat diese meine kleine Online Schreibwerkstatt Spaß gemacht, und so wünsche ich euch viel Freude beim Schreiben und beim spannenden Austausch mit Gleichgesinnten.

Kleine Online-Schreibwerkstatt 5/6: Eine Person wartet.

Wunderbar, dass du bei dieser kleinen Schreibwerkstatt immer noch dran bist!

Mitmachen ist ja ganz einfach: du fügst deinen Übungstext als Kommentar an diesen Blogbeitrag, und danach gibst dein konstruktives/wertschätzendes Feedback zu den Texten der anderen.

So hilfst du anderen, genauso wie die anderen dir helfen.

Voraussetzung für diese Übung ist: Du hast die erste und die zweite Übung bereits gemacht.

Hier die dritte Übung:

Schreib einen kleinen Text über eine Person, die auf jemanden wartet. Schreibe aus der Sicht dieser Person. Beschreibe, was die Person wahrnimmt (VAKOG), sage nicht, was sie denkt.

Die Leserin soll merken, dass die Person wartet, ohne dass dies erklärt wird („Er wartete auf eine Straßenbahn.“).

Nutze die vorhin gesammelten Sinneseindrücke. Zeige, ohne zu interpretieren („Show, don’t tell“). Beschreibe nicht, was diese Person denkt („Ihm war langweilig“, „Er denkt an seine Frau“). Der Text soll frei von Interpretationen und Wertungen sein. Die Erzählform ist frei wählbar (Personeller Erzähler, Ich-Form, innerer Monolog,…).

Du hast 45 Minuten Zeit.

Hier geht es darum, die Sinneseindrücke so einzusetzen, dass etwas vermittelt wird. Was macht einen Wartenden aus? Es hat auch damit zu tun, dass ich als Schreibender mir meine Wahrnehmung bewusst mache: Woran merke ich als Beobachter, dass ein Mensch wartet? Bei meinen Schreibwerkstätten machte ich folgende Erfahrung: Nachdem die vorige Übung bei vielen Schreibenden mit der Einsicht geendet hatte, dass sie nicht vorbehaltlos wahrnehmen konnten, war dies nur die Übung mit der größten Anstrengung. Diese Übung war für viele das erste bewusste Ankämpfen der eigenen Widerstände – und damit mit großen Lerneffekten verbunden.

Und hier geht es zur nächsten Übung

Kleine Online-Schreibwerkstatt 4/6: Sinnlichkeit.

Wunderbar, dass du bei dieser kleinen Schreibwerkstatt dabei bist!

Mitmachen ist wie gesagt ganz einfach: du fügst deinen Übungstext als Kommentar an diesen Blogbeitrag, und danach gibst dein konstruktives/wertschätzendes Feedback zu den Texten der anderen.

So hilfst du anderen, genauso wie die anderen dir helfen.

Voraussetzung für diese Übung ist, dass du die erste Übung gemacht hast.

Hier also die zweite Übung. Hier geht es um das Wahrnehmen:

Verlasse deinen Schreibraum, gehe hinaus auf die Straße und notiere, was deine Sinne wahrnehmen.

Sinneseindrücke sind (VAKOG)

  • visuell (sehen)
  • auditiv (hören)
  • kinästhetisch (tasten)
  • olfaktorisch (riechen)
  • gustativ (schmecken)

Gefragt sind ausschließlich Sinneseindrücke und nicht

  • Gedachtes („Der Hund erinnert mich an…“, „Ich dachte…“, „Ich verstehe nicht was er meint.“)
  • Wertungen („Ich sehe einen attraktiven Mann“, „Gegenüber sitzt eine große Frau“)

Es müssen keine ganzen Sätze sein. Die Notizen müssen weder zusammenhängend noch geordnet sein.

Wichtig ist: du lässt dein Denken beiseite und notierst ausschließlich, was deine Sinne wahrnehmen.

Und verlasse deinen Schreibraum! Damit die Eindrücke aus erster Hand sind und nicht Erinnerungen.

Du hast 45 Minuten Zeit.

Aus meiner Erfahrung ist dies diese unscheinbare Übung wohl die schwierigste und erstaunlichste Aufgabe zugleich.

Die meisten (!) Schreibenden kamen mit Wertungen, mit Geschichten und mit Gedanken zurück, und da nützte es nichts, dass ich sie genau davor nochmals gewarnt hatte.

Ja, ja, die inneren Widerstände sind groß.

Und hier geht es zur nächsten Übung

Kleine Online-Schreibwerkstatt 3/6: Konstruktives und wertschätzendes Feedback.

Die beste Art, einem schreibenden Kollegen zu helfen, ist, ihm ein Feedback zu geben, das ihn weiterbringt. Davon handelt folgendes Video…

Der Text, zu dem ich in dem Video ein Feedback gebe, stammt von Aufgabe eins der kleinen Online Schreibwerkstatt:

Einen kurzen Moment lang hält Eva inne.

Die Sonne brennt heiß auf ihre Schultern, und sie fühlt kleine Schweißperlen zwischen ihren Brüsten hinab rinnen.

Die Messlatte in ihren Händen erscheint ihr plötzlich wie ein Symbol, jede Markierung steht für einen Abschnitt ihres Lebens.

Sie beginnt zu zählen…und markiert mit der linken Hand die Stelle, an der sie gerade steht.

Was habe ich schon alles hinter mir gelassen…was ist unwiederbringlich Vergangenheit…und was steht mir wohl in Zukunft bevor?

Ihre Gedanken kreisen.

Wie wild beginnt ihr Herz zu pochen.

Ein kleiner Schauer rieselt, beginnend im Nacken, die Wirbelsäule hinunter und verursacht trotz drückender Mittagshitze Gänsehaut… und ein durchaus angenehmes Prickeln.

Eva lächelt.

Er steht am Rande der Grube und blickt zu ihr hinunter.

Und hier geht es zur nächsten Übung

Kleine Online-Schreibwerkstatt 2/6: Eine Frau in der Grube.

Es ist toll, dass du bei unserer kleinen Schreibwerkstatt mitmachst!

Mitmachen ist ganz einfach: du fügst deinen Übungstext als Kommentar an diesen Blogbeitrag, und danach gibst dein konstruktives/wertschätzendes Feedback zu den Texten der anderen.

So hilfst du anderen, genauso wie die anderen dir helfen.

Hier die erste Übung:

Schreibe einen Text, zu dem dich obiges Foto inspiriert. Du brauchst nicht viel schreiben – sind es nur ein paar Sätze, so ist es auch gut.

Du hast 45 Minuten Zeit. Das Zeitlimit hilft dir, nicht zu lang zu werden.

Ziel dieser Übung im Rahmen der Schreibwerkstatt war, dass ich die neuen Teilnehmenden literarisch kennen lernte. Nach ein paar Sätzen war mir klar, wo der Autor literarisch stand, bei welchen der kommenden Übungen er sich schwer tun würde und wo sein individueller Lerneffekt dieser Schreibwerkstatt liegen würde.

Während die Schreibwerkstattneulinge an dieser Übung schrieben, hatte ich Zeit, mich um jene Leute zu kümmern, die mit Romanprojekten gekommen waren und sprach Textproben/Romankonzepte durch.

Danach fand die erste Feedbackrunde statt. Sie dauerte meist eine Stunde. Sie war deshalb so ausführlich, weil jetzt die Teilnehmenden lernten, gutes Feedback zu geben und mit Feedback konstruktiv umzugehen.

Und wenn du damit fertig bist, dann sieh dir hier den Vortrag über wertschätzendes Feedback an…