Erfolglos schreiben: Sag dem Leser, was er denken soll.

Sag dem Leser stets, was du von allem hältst. Das erspart dir viel Arbeit.

Anstatt etwa das Beeindruckende eines Bauwerks in vier Sätzen vor dem Leser auszubreiten, reicht es zu sagen: „Die Kirche war beeindruckend.“

Denn Leser sind meist nicht intelligent genug, um schnell zu begreifen, was sie meinen sollen.

Erfolglos schreiben: Vermeide alltägliche Erfolgserlebnisse.

Setze deine Tagesziele hoch an. Damit vermeidest du alltägliche Erfolgserlebnisse, die du zum Durchhalten deines Romanprojekts brauchst.

Dann verlässt du den Schreibtag mürrisch, und dich erwartet – wenn du Glück hast – ein alptraumbehafteter Schlaf, und Versagensängste werden deine Monster.

Erfolglos schreiben: Love Your Darlings!

Wenn du eine Textstelle oder Idee liebst, dann bewahre sie, wie sie ist. Liebe sie, wie sie ist. Unvoreingenommen. Unangetastet.

Wenn so ein geliebtes Stück nicht recht in die Handlung passt, gib dir Mühe – sieh deinen Roman als Fassung eines Edelsteins. Und egal, wie der Edelstein beschaffen ist, ein Goldschmied schafft immer eine Fassung herzustellen. In einem Roman ist Platz für alles, denn es heißt doch: ein Roman ist eine Welt.

(Dies ist ein weiterer Beitrag der Serie Anleitung zum erfolglosen Schreiben; sie ist als Rettungsring gedacht für eine Welt, die in einer Flut von Anweisungen zum erfolgreichen Schreiben zu ertrinken droht. Angestiftet dazu hat mich Paul Watzlawick mit seiner Anleitung zum Unglücklichsein.)

Erfolglos schreiben: Wähle das richtige Ziel.

Was Erfolg ist, bestimmst du.

Darum setze dein Ziel hoch an. Wenn du gut schreiben kannst und dir das Schreiben an sich Freude bereitet, setze dir ein unrealistisches Ziel.

Das ist die einfachste und effektivste Art, sorglos erfolglos zu sein.

(Dies ist der erste Beitrag der Serie Anleitung zum erfolglosen Schreiben, denn, frei nach Paul Watzlawick, muss ein Rettungsring her, für eine Welt, die in einer Flut von Anweisungen zum erfolgreichen Schreiben zu ertrinken droht.)