Das Fernsehen interviewt meinen Blog (Teil 4: Bonusmaterial)

Ein kurzes Web-Video mit Antworten, das das TV-Team gut fand, jedoch aus Zeitmangel nicht senden konnte. Quelle: we.blog – Thomas Wollinger – Deleted Scenes

Rückschau: Wie ich in einer Schreibkrise funktioniere

Da gibt es ein Muster, das mich mein literarisches Leben begleitet. Es hat damit zu tun, dass in mir eine Stimme sitzt, die sagt: du kannst nicht schreiben. Kommt dann ein negatives Feedback, fühlt sich die Stimme bestätigt. Die Folge: Schreibkrise.

Doch ist die Krise erst einmal offiziell ausgerufen, übernimmt in mir der Textarbeiter die Führung. Da gibt es keine Zweifel mehr. Dann gibt es nur noch Arbeit, die gut zu tun ist. Pläne werden umgestoßen, ich trenne mich vom bisherigem Text. Denn Qualität ist meine einzige Chance. Ich hole mir Hilfe, die ich brauche. Und wenn ich im konkreten Tun bin, dann schweigt die Stimme. Und wenn ich verstehe, was ich anders tun muss, um besser zu werden, dann bin ich mitten im Glücksgefühl, das mich in die Schreibnächte trägt.

Meine Stärken: hart arbeiten, am Thema dran bleiben, flexibel sein, immer bereit für den Neustart, und das wichtigste: alles der Qualität unterordnen.

Die Zwillinge: Schreibblockade und Schreibzwang

Bis zu diesem Blogeintrag hier und jetzt habe ich mich immer dagegen verwehrt, eine Schreibblockade zu haben. Denn ich sagte mir: Ich habe so viele Ideen! Es geht nicht darum, was ich schreiben soll, sondern bloß, wie ich es schreiben soll. Und soeben habe ich in Wikipedia nachgeschlagen. Und … uuups!

Eine Schreibblockade kann verschiedene unterschiedlich schwerwiegende Erscheinungsformen haben. Manchen Betroffenen fällt es nur schwer, einen Anfang zu finden, andere quälen sich Wort für Wort durch ihre Texte, während ihnen eine mündliche Wiedergabe des Inhalts nicht schwer fällt.

Besonders entlarvend, dass sie die Vermeidungstaktiken erwähnen. Insbesondere dass Recherche eine Flucht vor dem Schreiben ist! Wikipedia schaut mir mitten ins Herz:

Die Betroffenen neigen häufig dazu, sogenannte Vermeidungshandlungen durchzuführen, sich also mit derzeit weniger wichtigen Tätigkeiten abzulenken, wie exzessives Aufräumen, Sortieren oder Putzen. Auch das endlose Weitersammeln und Suchen von neuem Material kann eine solche Vermeidungstaktik sein.

Was nachher passiert? Aus den Tiefen schieße ich empor in windige Höhen – Wikipedia beschreibt auch jene Momente:

Das Gegenstück zur Schreibblockade ist der Schreibzwang oder die Schreibwut, eventuell können beide Phänomene aber auch gleichzeitig auftreten, wobei allerdings die Schreibblockade häufig im allgemeinen Rahmen auftritt, d. h. jeder kann eine erleiden, aber die anderen beiden genannten treten häufig nur bei schriftstellerisch Ambitionierten auf, welche es als Talent und nicht als Schwäche in dem Sinne erleben.