Seriousus, Gott der alternden Literaten

Seriousus ist Gott der Autoren, die ihren Schaffenszenit hinter sich gelassen haben. Ihnen ist ihr Ruf wichtig, den sie mit allem verteidigen, außer mit literarischen Werken.

Seriousus umgibt sich mit Gefährten, die stets in dasselbe Horn stoßen und seiner Literaturkritik hörig sind (in obiger Skulpturengruppe rechts).

Lyrelda, Schutzpatronin der jungen Poetinnen, hat Hand an den Oberschenkel von Seriousus gelegt, während er über „Emotion in der Literatur“ doziert (links).

Der Sage nach vollendete Lyrelda entgegen dem Ratschlag Seriousus ihren Roman. Daraufhin verwarf er sich mit ihr und spendete seine Nähe fortan anderen Poetinnen (etwa der blutjungen Analia). Als es Lyrelda gelang, mit ihrem Werk in den Olymp aufzusteigen, durfte niemand im Umkreis Seriousus ihren Namen auch nur erwähnen.

Xo, Gott des Kürzens

Xo war ein Adler.

Als Bestrafung für die Zeitverschwendung, die Zeus beim Durchlesen von Prometheus‘ Romanmanuskript erlitten hatte, wurde Prometheus angekettet. Er musste zusehen, wie Xo aus seinem Roman all die goldenen Worte herauspickte, an denen Prometheus so sehr hing. Alle drei Monate musste Prometheus eine neue Fassung des Roman schreiben, und immer wieder kam Xo und riss ihm die Worte heraus. Da es damals noch keinen Eigenverlag gab, ging die Tortur so lange weiter, bis Prometheus das Schreiben aufgab und den Göttern das Feuer stahl, um sein Werk zu verbrennen (Wegen dieses Diebstahls bekam er wieder Probleme, aber das ist eine andere Sage).

Maniacus, Gott der Getriebenen

Maniacus mit den aufgerissenen Augen, mit dem leeren Blick nach durchschriebener Nacht: So wird er üblicherweise dargestellt, meist gemeinsam mit einer erschöpften Muse.

Maniacus ist der Autor, der nicht mittendrin aufhören kann. Aber in einem Roman ist man monatelang oder jahrelang mittendrin – etwas, das Maniacus nicht wahr haben will. Jede verflossene Nacht ist eine Nacht des Scheiterns für ihn, weil er es wieder nicht geschafft hat, sein Werk zu vollenden.