Endlich wieder das Kollektiv spüren: GRAUKO-Lesung in Wien. Mit mir.

grauko-das-plakat

Sie kommen aus Graz nach Wien, diese Autorinnen und Autoren des Grazer Kollektivs GRAUKO, um Wien mit einer Lesung zu beschenken.

Und ich erwarte sie schon, gemeinsam mit meiner lieben Autorenkollegin Margarita Kinstner.

Ja, es wird wieder ein spannender Abend, voll mit Literatur, Meinungen, Widersprüchen und dem berühmten Drive des Kollektivs!

Sonntag, 10. November, 20:00

Café Anno
Lerchenfelderstrasse 132
1080 Wien

Hier geht’s zur Facebook-Seite des Events!

Lieber gleich GRAUKO fragen. Ist besser so.

wpid-20131019_140748.jpg

Im herbstlichen Stillfried an der March, gemeinsam mit GRAUKO (siehe Abbildung).

Bin dabei, das Ende von Der Mörder und seine Biographen neu zu schreiben. Habe eine Inhaltsangabe entworfen. Bespreche sie mit Isolde, Margarita setzt sich zu uns. Ich lese vor, und plötzlich, zu dritt: eine einfache Lösung für das bisherige Hauptproblem.

Dieses leichtgängige Beisammensitzen hat mir wohl etliches an Arbeit gespart.

Schlussfolgerung: frühzeitig GRAUKO einbinden und befragen. Geht natürlich nur, wenn man Mitglied bei GRAUKO ist. :-)

Mittelstadtrauschen!

516rFWSfTOL

Maragarita Kinstner ist ein ganz wichtiger Mensch für mich, und das nicht bloß, weil sie mit mir das zweite Wiener GRAUKO-Mitglied ist. Sondern weil sie mir immer zur Seite gestanden ist, wenn ich meine literarischen Nöte hatte. Und weil sie für meine Texte die Kritikerin ist, auf die ich höre.

Soeben landet mit einem fulminanten Auftritt ihr Debütroman “Mittelstadtrauschen”, dessen Entstehung ich in den letzten Jahren miterleben durfte.

Gratuliere, Margarita und danke für alles und viel Glück! (Wobei: Dein Werk ist so gut, was braucht es da noch an externem Glück?)

 

 

GRAUKO las. In Wien.

Und stellte sein Projekt 7Tage7Schichten vor. Hier ein paar Eindrücke.

Drei Filterungen. Beitrag zur Lesewanderung 2012.

Lesewanderung 2012 im Skulpturenpark bedeutet: Jedes GRAUKO-Mitglied sucht sich eine Skulptur aus. Und stellt sich zu dieser. Und liest einen Text.

Meine Skulptur: gesture von Werner Reiterer

Dazu fand ich auf der Webseite des Johanneums folgende Beschreibung:

Eine in ihrer Farbigkeit zur umgebenden Natur extrem kontrastierende Plane wächst immer wieder aufs Neue aus einer Senke zur Kugel empor, um kurz nach ihrer vollen Entfaltung mit einem lauten Knall ihr Volumen zu verlieren und, wenn auch nur für kurze Zeit, formlos, wie eine achtlos abgelegte Kunststoffhaut, sich auf dem Gras auszubreiten.

Liegt der Skulptur in den überwiegenden Beispielen das Prinzip der Dauerhaftigkeit und Unveränderbarkeit zugrunde, schreibt sich dieses Objekt als eine sich permanent wiederholende Geste in die Landschaftsformation ein. Dadurch konterkariert sie diese als künstliche Natur angelegte Rahmenform, nicht ohne auf deren Struktur Bezug zu nehmen. Das heißt unter anderem, dass Täler und Hügel, dass Statik und Tektonik in der Sprache der Kunst ebenso zitiert wie verfremdet werden. Dieses permanente Aufsteigen und Zusammenfallen korrigiert einmal einen verfestigten Skulptur- und Objektbegriff, das andere Mal sehen wir uns einer Art spielerischem Modell für den gerafften Nachvollzug geologischer Gestaltungen gegenüber. Einer der Grundzüge von Werner Reiterers Kunst liegt in der Destabilisierung unserer Wahrnehmungsgewohnheiten. Er legt es darauf an, uns nicht mit ausgefallenen referenzlosen Kunststücken zu verwirren, sondern an jenen Schnittstellen anzusetzen, wo eingeübte Erlebnismuster aufgebrochen werden, wo durch das Verrücken von Bezugssystemen jenes Vakuum entsteht, das postwendend mit einer neuen Konfiguration von Inhalten aufgefüllt werden kann. Es sind, wenn man diesen Terminus verwenden will, nicht unbedingt auf Anhieb in allen ihren Dimensionen nachvollziehbare, meist konzeptuell ausgerichtete visuelle „Spielformen“, die zudem nicht im weit entfernten Land der Kunst, sondern verortet auf der Ebene des alltäglich Sichtbaren in Erscheinung treten. Dafür steht auch als grell farbige Intervention in einem Skulpturenpark die repetierte Geste der Formwerdung und des Formverlusts eines Ballons.

Werner Fenz

Auf diesen Text nun wendete ich drei Filterungen an.

Filterung 1 (Verben)

wächst verlieren auszubreiten.
Liegt schreibt konterkariert
nehmen heißt zitiert verfremdet
korrigiert sehen liegt
legt verwirren anzusetzen
aufgebrochen entsteht
aufgefüllt kann
verwenden will
verortet steht.

Filterung 2 (Adjektive und Adverbien)

extrem kontrastierende vollen lauten
kurze formlos achtlos
überwiegenden permanent wiederholende
künstliche verfestigten spielerischem
gerafften geologischer ausgefallenen
referenzlosen eingeübte
postwendend neuen
unbedingt nachvollziehbare
meist konzeptuell ausgerichtete visuelle
verortet alltäglich
grell farbige
repetierte

Filterung 3 (Substantive)

Farbigkeit Natur Plane
Senke Entfaltung
Knall Volumen Zeit
Kunststoffhaut Gras
Geste Natur Täler
Hügel Sprache Kunst
Wahrnehmungsgewohnheiten