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PoeTree – der Literaturbaum zum Pflücken und Bestücken

poeTree

Das Grazer Autorinnen und Autoren Kollektiv GRAUKO ist voll aktiv. Diesmal in Judenburg, wo Margarita Kinstner derzeit lebt – hatte die doch das dortige Aufenthaltssipendium gewonnen.

GRAUKO hat die Tradition des poeTree begründet und liest vor diesem Baum am Samstag, dem 11. Mai.


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GRAUKO las. In Wien.

Und stellte sein Projekt 7Tage7Schichten vor. Hier ein paar Eindrücke.

Drei Filterungen. Beitrag zur Lesewanderung 2012.

Lesewanderung 2012 im Skulpturenpark bedeutet: Jedes GRAUKO-Mitglied sucht sich eine Skulptur aus. Und stellt sich zu dieser. Und liest einen Text.

Meine Skulptur: gesture von Werner Reiterer

Dazu fand ich auf der Webseite des Johanneums folgende Beschreibung:

Eine in ihrer Farbigkeit zur umgebenden Natur extrem kontrastierende Plane wächst immer wieder aufs Neue aus einer Senke zur Kugel empor, um kurz nach ihrer vollen Entfaltung mit einem lauten Knall ihr Volumen zu verlieren und, wenn auch nur für kurze Zeit, formlos, wie eine achtlos abgelegte Kunststoffhaut, sich auf dem Gras auszubreiten.

Liegt der Skulptur in den überwiegenden Beispielen das Prinzip der Dauerhaftigkeit und Unveränderbarkeit zugrunde, schreibt sich dieses Objekt als eine sich permanent wiederholende Geste in die Landschaftsformation ein. Dadurch konterkariert sie diese als künstliche Natur angelegte Rahmenform, nicht ohne auf deren Struktur Bezug zu nehmen. Das heißt unter anderem, dass Täler und Hügel, dass Statik und Tektonik in der Sprache der Kunst ebenso zitiert wie verfremdet werden. Dieses permanente Aufsteigen und Zusammenfallen korrigiert einmal einen verfestigten Skulptur- und Objektbegriff, das andere Mal sehen wir uns einer Art spielerischem Modell für den gerafften Nachvollzug geologischer Gestaltungen gegenüber. Einer der Grundzüge von Werner Reiterers Kunst liegt in der Destabilisierung unserer Wahrnehmungsgewohnheiten. Er legt es darauf an, uns nicht mit ausgefallenen referenzlosen Kunststücken zu verwirren, sondern an jenen Schnittstellen anzusetzen, wo eingeübte Erlebnismuster aufgebrochen werden, wo durch das Verrücken von Bezugssystemen jenes Vakuum entsteht, das postwendend mit einer neuen Konfiguration von Inhalten aufgefüllt werden kann. Es sind, wenn man diesen Terminus verwenden will, nicht unbedingt auf Anhieb in allen ihren Dimensionen nachvollziehbare, meist konzeptuell ausgerichtete visuelle „Spielformen“, die zudem nicht im weit entfernten Land der Kunst, sondern verortet auf der Ebene des alltäglich Sichtbaren in Erscheinung treten. Dafür steht auch als grell farbige Intervention in einem Skulpturenpark die repetierte Geste der Formwerdung und des Formverlusts eines Ballons.

Werner Fenz

Auf diesen Text nun wendete ich drei Filterungen an.

Filterung 1 (Verben)

wächst verlieren auszubreiten.
Liegt schreibt konterkariert
nehmen heißt zitiert verfremdet
korrigiert sehen liegt
legt verwirren anzusetzen
aufgebrochen entsteht
aufgefüllt kann
verwenden will
verortet steht.

Filterung 2 (Adjektive und Adverbien)

extrem kontrastierende vollen lauten
kurze formlos achtlos
überwiegenden permanent wiederholende
künstliche verfestigten spielerischem
gerafften geologischer ausgefallenen
referenzlosen eingeübte
postwendend neuen
unbedingt nachvollziehbare
meist konzeptuell ausgerichtete visuelle
verortet alltäglich
grell farbige
repetierte

Filterung 3 (Substantive)

Farbigkeit Natur Plane
Senke Entfaltung
Knall Volumen Zeit
Kunststoffhaut Gras
Geste Natur Täler
Hügel Sprache Kunst
Wahrnehmungsgewohnheiten

Wir lesen. Im Skulpturenpark. Am 30. September. Bei Graz.

Das Grazer Autorinnen und Autoren Kollektiv lädt zur diesjährigen, traditionellen Lesewanderung.

Treffpunkt 30.9. 2012, 14:00
Parkplatz des Skulpturenparks, Thalerhofstraße 85, Unterpremstätten bei Graz.

Wir lesen Texte zu den Skulpturen.

Die “Wanderung” wird in etwa anderthalb Stunden dauern, danach gibt es noch eine Abschlusslesung mit Musik und Erfrischungen (und Stühlen!). Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Hier der Anfahrtsplan.

Österreichischer Skulpturenpark

Der sieben Kilometer südlich von Graz gelegene Österreichische Skulpturenpark hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2003 als Zentrum für zeitgenössische Skulptur etabliert.

Die faszinierende Parkanlage des Landschaftsarchitekten Dieter Kienast erstreckt sich über ein Areal von rund sieben Hektar und ist Entfaltungsraum für mehr als 60 Skulpturen.

Werke renommierter Künstler/innen aus Österreich – von Fritz Wotruba über Franz West bis hin zu Erwin Wurm, Heimo Zobernig und Michael Kienzer – kommunizieren hier mit Beispielen internationaler Bildhauerei, zum Beispiel von Jeppe Hein, Nancy Rubins, Tobias Rehberger oder Susana Solano. Spezialführungen und verschiedenste Veranstaltungen vermitteln die ständig wachsende Sammlung des Österreichischen Skulpturenparks, die in Form von Symposien und Publikationen in den wissenschaftlichen Diskurs eingebunden ist.

Das einzigartige Ambiente dieses Parks macht ihn auch zu einem beliebten Veranstaltungsort!

Quelle: http://www.museum-joanneum.at/de/skulpturenpark

7 Autoren schreiben einen Roman (Ich bin so stolz auf euch!)

Nach jahrelangem Austausch / Feedback zu Romanprojekten/ gemeinsamen Lesungen hat GRAUKO beschlossen, sich an ein herausforderndes Experiment heranzuwagen und gemeinsam einen Roman zu schreiben. Einen Roman, der die Schreibweise eines jeden von uns transparent werden lässt und trotzdem keine bloße Ansammlung von Geschichten ist, sondern ein Ineinanderweben einzelner Texte, die schlussendlich ein großes Ganzes ergeben.

(Kleine Zeitung, 26.8.2012)

Ich selbst bin nicht dabei – und gerade deswegen betrachte ich mit Freude, was meine Kolleginnen und Kollegen auf die Beine stellen!

Hier kannst du ins Innere des Projekts hineinschauen: 7tage7schichten.wordpress.com