Boris Vian. Ein Autor beginnt das Tagebuchschreiben.

Ich schreibe so viel Inhaltsloses, nur um zu überleben, dass mich schon die Tätigkeit an sich anekelt. Trotz der Lust, die ich manchmal dazu habe und der Ideen, die ich gerne festhalten möchte.

Aber alles verflüchtigt sich unwiderbringlich, wie Herzschläge. Die Zeit, die Zeit hängt mir im Nacken wie eine Horde Ulanen, und das Herz macht mir Kummer. Ich bin nicht so richtig zu diesem Tagebuch aufgelegt, aber es scheint mir doch notwendig. Ich suche wohl und will die schwarzen Löcher ergründen, die hinter mir liegen. Ich muss noch wühlen, hacken, graben.

Ach, heute Abend bin ich wieder zu müde. Aber ich muss das Geräusch ihrer Schritte vermerken, an denen ich sie erkenne, wenn sie im sechsten Stock ankommt. An ihrem festen Schritt. Ursula. Mein Arm schmerzt vom Schreiben. Sie wird wieder hier sein. Oder wo anders. Aber bei mir.

Quelle: arte.de

Boris Vian. Ein Verwandter meiner Seele.

Das Spielerische im Künstlerleben. Mehrere Talente haben. Kunst nicht nur im Werk, sondern im Leben. Lebensfreude. Leben im Zeichen der Freiheit. Das Leben ist Traum, Kindheit, Vergangenheit und Wunsch und Liebe, und ein Fest, das irgendwann zu Ende ist.

Und beginnt mit zweiunddreißig Tagebuch zu schreiben.

Auf Arte noch ein paar Tage.

http://videos.arte.tv/de/videos/boris_vian_ein_wildes_leben_in_saint_germain-6311928.html