Was, so schnell kann ich schreiben?

Anzahl der Worte - Gemeinschaftsroman - 2013-05-09

Das zweite Romanprojekt, das ich mit Isolde Bermann gestartet habe, hat bereits 68.000 Zeichen – das sind 40 Romanseiten, obwohl wir erst vor drei Wochen mit dem Schreiben losgestartet sind!

Und die Qualität? Da wir zu zweit arbeiten, braucht es keine kompletten Überarbeitungen mehr – da wir uns laufend abstimmen.

Wir haben – gefühlt – kaum noch begonnen, und schon ist ein Zehntel des Romans fertig. Unglaublich. Schön.

Gemeinsame Abschlussarbeiten.

Köln, WDR Rundfunkstudio

In zwei Wellen überqueren Isolde und ich unseren Roman zum letzten Mal.

Ich zuerst, und dahinter sie – ich muss mich also beeilen, damit sie mich nicht überholt!

Und heute habe ich die erste Romanhälfte fertig, rechtzeitig zum kommenden GRAUKO-Treffen, wo ich mich mit Isolde wieder viel austauschen werde. Nun kann Isolde mit ihren Überarbeitungen beginnen, während ich die andere Romanhälfte überarbeite.

Erleichterung.

Freunde mich in Gedanken schon mit unserem kommenden gemeinsamen Projekt an (*jubel*).

Dachgleiche! Richtfest!

Worin, LPG, Richtfest für Stall

Heute ist Bauheben! Weihefest! Hebefest! Hebauf! Firstbier! Aufschlagfest!
Denn ich habe heute das letzte fehlende Kapitel geschrieben.

Erleichterung. Durchatmen. Es fühlt sich intensiv an.

Ein Moment der Rückschau. Wann hat Projekt begonnen? Ich überlege. 3. Juli 2012, in Kroatien. Und zwar folgendermaßen:

Und weiter? Nun lesen Isolde und ich den Roman nochmals durch und setzen da und dort Änderungen. Eine schöne Arbeit, das Ganze als ganzes zu erleben. Und währenddessen machen sich schon die Gedanken zum kommenden gemeinsamen Roman selbständig…

Szenen einer Autorenzusammenarbeit. Heute: Das rundere Ganze.

Letztens schrieb mir Isolde:

Ich finds immer toll, wie du, wenn ich so Sprünge drinnen hab, sie kittest und zu einem verständlicheren und runderen Ganzen werden lässt.

Ich antwortete:

Nun, ich überlege bloß, was bermann geschrieben hätte, und das tippe ich dann – hihi

(Zum Verständnis unserer Kommunikation: Wir treten als bermann&wollinger auf; ich spreche sie als bermann an, und mich nenne ich &wollinger)

Hilfe! Ich werde ähnlicher!

Ich schreibe ja mit Isolde Bermann an einem Roman, der aus einem Guss sein soll. Am gemeinsamen Dokument schreiben wir Anmerkungen, die zu Dialogen ausarten.

Bei folgender Textstelle…

Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme, und das Büchlein schloss sich, langsam und wie von Geisterhand bog sich das Cover zurück und legte sich schützend auf die Seiten mit den Gedichten.

… machte ich folgende Anmerkung:

Das hast du geschrieben, nicht wahr? Das ist toll! Das ist eine wunderbare Bereicherung für dem nachfolgenden Satz.

Daraufhin schrieb Isolde:

Hihi. Köstlich. Ja, so weit ist es mit uns gekommen …. Diese Textpassage ist von DIR!! Und ja: sie ist toll!

Es fällt mir manchmal schwer, die Urheber der Texte zu erkennen. Das ist gut! Das ist sogar sehr gut. Denn bermann&wollinger soll stilistisch und inhaltlich wie ein Autor auftreten.

Was für eine Geschwindigkeit!

Isolde Bermann und ich sind „bermann&wollinger“, und gemeinsam schreiben wir seit Juli den Thriller „Der Mörder und seine Biographen“. Die Idee kam uns in Kroatien, hier das zugehörige Video mit Meereshintergrund.

Wir haben uns das Ziel gegeben, per Ende das Jahres mit der Rohfassung fertig zu werden. Das Buch sollte etwa 280 Seiten haben.

Nun. Wenn es bloß nach dem Umfang ginge, könnten wir schon heute mit dem Schreiben aufhören. Die Geschwindigkeit, die wir gemeinsam erreichen, beeindruckt mich. Die Qualität übrigens auch.

hinzuentdecken

bermann&wollinger sitzen auf der Terrasse, und vor uns das Meer.

Jeder formt eine Figur aus Wortton.

Wir zeigen dem anderen die Figur,
wir reichen sie dem anderen,
damit der andere an ihr formt,
und beobachten mit freudigem Erstaunen,
was der andere an der Figur hinzuentdeckt.

(so kommt mir die Zusammenarbeit mit Isolde vor)