Der Archetyp “Gestaltwandler” (2)

Die Gestaltwandlerin ist ein sehr dynamischer Teil meines Romans. Während die Schwellenhüter statisch dastehen und ihre Rätsel vom Helden zu überwinden sind, ist die Gestaltwandlerin zwar immer da, aber immer anders. Dieses Andere ist sie bloß im und durch den Blick des Helden – sie spiegelt ihn. Er ist es, der sie stets aufs Neue zu etwas anderem macht.

Quelle: Christopher Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers (The Writer’s Journey), Zweitausendeins Frankfurt a.M., 1998

Der Archetyp “Gestaltwandler” (1)

Warum fasziniert mich der Gestaltwandler so? Wegen meiner Vergangenheit. Ambivalenz macht mir Angst und weckt Neugier. Ich will näher hin, um genauer zu sehen, und verliere mich, den Überblick verlierend. Ich weiche zurück, und meine Blicke sind wieder bei ihm. Ich will wissen, warum der Gestaltwandler so ist und scheitere eben deshalb, weil es mit dem Verstand nicht erfassbar ist.

Was einen Menschen zur Gestaltwandlerin macht, ist in meinem Roman ihre enge Beziehung zum Helden. Diese Enge löst das Vielfältige und Widersprüchliche aus.

Quelle: Christopher Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers (The Writer’s Journey), Zweitausendeins Frankfurt a.M., 1998

Der Archetyp “Schwellenhüter”

Das erste große Erlebnis aus der “Odyssee des Drehbuchschreibers” war mir der Schwellenhüter. Weil ich begriffen habe, dass viele gute Geschichten davon leben, dass sich der Held an den Schwellenhütern reibt. Dass diese Konflikte so vieles offenbaren, über den Helden, über seine Umwelt, über die Geheimnisse, die noch warten.

Genießt also folgendes Kapitel …

Quelle: Christopher Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers (The Writer’s Journey), Zweitausendeins Frankfurt a.M., 1998