schreiben – Autorenblog von Thomas Wollinger.
12. November 2010
Beitrag 442

Verdammt, Laptop, warum verlässt du mich?

Letztens im Zug. Laptop aufgeklappt. Eine Schreibstunde vor mir. Und dann: Verdammter &$%§”$&%.

Okay, ich habe Backups. Und alle wichtigen Dateien auf dropbox. Aber einen Laptop kaufen und einrichten, das raubt Schreibtage!

Immerhin, ich kann etwas sehen auf dem dunklen Monitor, wenn ich von der Seite draufschaue und das Licht stark ist: Die Hintergrundbeleuchtung ist ausgefallen.

Also die Zugfahrt in stoischer Ruhe verbracht. Nur zwei Telefonate, wo ich mich ausgeweint habe. Dann, daheim: Laptop an externen Monitor gehängt. Funktioniert. Gottseidank. Nun die Lenovo-Hotline 810 100 654. 2 Stunden versucht, jemanden zu erreichen. Verbindung bricht ab, und auf der anderen 0800er-Hotline sagt man mir: rufen Sie doch bei 0810 100 654 an. Dann, endlich, gesteht man mir zu, dass ich sehr wohl telefonieren kann, aber dass die Hotline nicht funktioniert. Und verweist mich auf morgen.

Habe mir ein Inverter Board bestellt (es ist auf obiger Abbildung zu finden). Ich werde es selbst einbauen und mal schauen…

Themengebiet Romantagebuch
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Bella meint: dropbox lebe hoch hoch hoch! aber dennoch böser laptop - und wenn ich mir das inverter ding und dessen plan ansehe bekomm ich PANIK!

11. November 2010
Beitrag 441

Darlingus, Gott der mitgeschleppten Last

Darlingus (mit Helm) ist ein heldenhafter Autor, der so lange an seinem Lieblingstext festhält, bis der Text alt und buckelig ist. Der Text passt nicht in seinen Roman, aber Darlingus schleppt ihn weiter, von Romanfassung zu Romanfassung. Darlingus ist so verbissen, er sieht nicht die frischen Themen und Ideen, die ihn umgeben, hier als kindlicher Herkules dargestellt (hätte Darlingus über Herkules berichtet, wäre nun er berühmt und nicht Homer).

Themengebiet Schreibgottheiten
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10. November 2010
Beitrag 440

Abendhimmel über dem Schreibraum

Noch ein Grund, weshalb ich meinen Schreibraum liebe: Die Abendstimmung nach dem herbstlichen Sonnenuntergang.

Themengebiet Romantagebuch
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9. November 2010
Beitrag 439

Sonnenuntergang im Schreibraum

Ein Grund, weshalb ich meinen Schreibraum so liebe:

Der herbstliche Sonnenuntergang.

Direkt in mein Literatengesicht.

Themengebiet Romantagebuch
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Christina Wenger meint: Wahre Erleuchtung!

J. meint: Ja, aber blendet das denn nicht das Literatenauge empfindlich? ;-)

Bine meint: Sag' mal, was ist das für Aufstellzeugs auf dem Fensterbord? Lenkt Dich das nicht ab?

Thomas Wollinger meint: Das sind Erinnerungsstücke, die längst schon Teil meiner Schreibumgebung geworden sind - wären sie weg, würde was Wichtiges fehlen, und ich könnte nicht einmal benennen, was genau fehlte.

8. November 2010
Beitrag 438

Wie geht Weinen? Oder: Ein loses Textstück, hier mal angeleint

Zufällig und vorhin fand ich in der Romanfassung vom 12.1.2009 folgendes Textstück, das irgendwann wohl rausgefallen ist und nun herrenlos im Archiv hängt; vielleicht findet es später einen Platz – ich tu es mal hier am Blog anleinen.

Diese Stelle zeigt gut, mit welcher Technik ich an schwere Emotionen herangehe: ich achte genau auf Sinnenwahrnehmungen, die mit dem Gefühl einhergehen. Dabei gehe ich nach “VAKOG” vor – sprich, ich frage mich, was ich visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustativ wahrnehme. Und die für dieses Gefühl relevantesten Sinnenwahrnehmungen nenne ich.

Das Weinen beginnt im Rachen. Ich greife mir an den Hals, oberhalb vom Kehlkopf. Dort steckt es. Trocken, lässt sich nicht wegschlucken. Es drückt auf die Brust, von vorne, und es drückt auf die Augen, von hinten. Ich schlucke, immer nur schlucken. Dann zieht es von der Brust in mein Gedärm, und in meinem Gesicht drückt es Tränen hervor. Das ist doch nur ein verdammtes Kindertheaterstück, und die Handlung kenne ich, und ich wünsche mir so sehr, dass endlich jemand meine Hand nimmt und mir flüstert: es ist alles gut. Du bist bei mir.

Themengebiet Romantagebuch
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Bella meint: das bringt mich jetzt zum weinen. doch manchmal beginnt weinen auch im herzen und dort fühlt es sich einfach nur dumpf und unbeweglich an.

7. November 2010
Beitrag 437

Silencia, Göttin der Auslassung

Ich kann etwas beschreiben, indem ich explizit nicht darüber spreche. Indem ich – für den Leser sichtbar – einen Bogen um das Wesentliche mache.

Dieser Bogen kann Spannung bringen (genannt “Spannungsbogen”) und fordert vom Leser, sich das Innere des Umschriebenen selbst zu konstruieren. Somit spürt der Leser viel mehr, weil er sich die Geschichte selbst erschafft.

Silencia bringt mich zum Schweigen. Sorgt dafür, dass ich nur das Nötige sage, um dem Leser das Wichtige zu überlassen. Xo und Silencia arbeiten zusammen – Silencia die Zärtliche. Und Xo der herauspickende Kürzer, der eingreift, wenn ich Silencia überhört habe.

Themengebiet Schreibgottheiten
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C. meint: Heute habe ich mit einem Freund diskutiert, ob Silencia auch die Göttin der Verfasser der Sparbücher sein könnte. Darin wird schließlich auch nur das Wesentliche mitgeteilt ;-)

6. November 2010
Beitrag 436

Schreibtheologische Frage #2: Warum es nicht nur einen Schreibgott geben darf

Sehen wir uns ein Beispiel an, was passiert, wenn man nur mehr einen Gott hat.

Pharao Echnaton. Er reduzierte die Schar der 2000 ägyptischen Götter zu einem einzigen. Fortan durfte nur mehr Aton, Gott der sichtbaren Sonnenscheibe, angebetet werden – gegen den erbitterten Widerstand der Priesterschaft. Echnaton schuf die erste monotheistische Religion.

Echnaton ließ eine neue, eine riesige Hauptstadt errichten, die ganz auf die Huldigung von Aton ausgerichtet war: Amarna. Im Zentrum ein Tempel mit mehr als 900 Tischen (Siehe Abbildung), um Gott Aton Speisen zu opfern. Die Bevölkerung zahlte den Preis für die neuen Hauptstadt und das soziale Chaos – Echnatons Regentschaft wird als „die schwarze Periode in der Geschichte Altägyptens“ bezeichnet.

Nach seinem Tod wurden die alten Götter wieder eingesetzt. Man zerstörte Echatons Gesicht auf seinen Steinbildnissen. Seine Hauptstadt wurde nach seinem Tod sofort aufgegeben und verfiel.

Nun, das alles wollen wir nicht, und darum gibt es viele Schreibgöttinnen und Schreibgötter.

Themengebiet Schreibgottheiten
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5. November 2010
Beitrag 435

Schreibtheologische Frage #1: Über die Schreibblockade

Ursula fragte mich via facebook: “Gibt es da im Olymp eine Göttin, die hilft, Schreibblockaden zu entfernen? Oder ist dafür Easia zuständig?”

Liebe Ursula, eine Schreibblockade ist ein innerer Kampf, und so, wie bei Troja ein Haufen griechischer Göttinnen und Götter involviert waren, so spielt es sich natürlich auch im Autor (und wohl auch in der Autorin) ab.

Easia anzurufen und dem sinnlosen Schlachten auszuweichen ist natürlich eine Möglichkeit. Andere Autoren werfen sich voll in den Kampf und kommen weiter, indem Sie sich endlich zu ihrer Bewunderung für Dirtus, Gott der schmutzigen Worte, bekennen. Wie immer rund um den Schreibolymp gibt es viele Wege, und die meisten wirken gegensätzlich.

Damit ist deine Frage, Ursula, noch keineswegs beantwortet. Ich werde mich weiterhin damit beschäftigen und die Schriften studieren. Du hörst von mir.

Themengebiet Schreibgottheiten
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4. November 2010
Beitrag 434

Dirtus, Gott der schmutzigen Worte

Er war überzeugt, dass grausliche Worte große Emotion erzeugten.

Er meinte, sein Publikum müsste sich seine Texte erst verdienen. Er sagte, er wollte gar nicht in den Olymp. Er schimpfte über die angepasste Literatur, die dort oben herrschte und über jene, die es geschafft hatten.

Er redete gerne von Henry Miller und sagte, Miller hätte sich auch nichts geschissen.

Themengebiet Schreibgottheiten
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3. November 2010
Beitrag 433

Der nächste Technologiesprung nach Amazon’s Kindle: BOOK

BOOK wurde von einem spanischen Start-Up entwickelt und glänzt durch sein einfaches Konzept. Hier die Produktpräsentation.

Themengebiet Romantagebuch
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