schreiben – Autorenblog von Thomas Wollinger.
11. April 2012
Beitrag 962

Nicht überarbeiten! (Jedenfalls nicht gleich)

Write freely and as rapidly as possible and throw the whole thing on paper.

Never correct or rewrite until the whole thing is down.

Rewrite in process is usually found to be an excuse for not going on. It also interferes with flow and rhythm which can only come from a kind of unconscious association with the material.

John Steinbeck

Quelle: Brain Pickings

Themengebiet Erfahrungen anderer Autoren, Schreibtipps
Schlagwort

Eva Jancak meint: Das ist etwa was ich eigentlich zusammenbringe und auch nicht glaube daß es für mein Schreiben sinnvoll ist. Denn ich schreibe ja eher lange Texte wo ich am Anfang nicht genau weiß wo ich hinkomme, bin ich dann woanders als geplant, stört mich das einfach wenn ich vorher etwas Falsches stehen habe und dann muß ich es glätten, weil ich sonst nicht weiterkommen würde. Ich korrigiere als während des Schreibens und möchte mir öfter auch das Bisherige durchlesen, wenn ich weitermache. Dann laß ich es meistens auch nicht zwei Wochen liegen bevor ichs durchgehe, tat ich das einmal doch, weil ich vielleicht inzwischen auf Urlaub war, habe ich keinen Unterschied bemerkt

Agnes B meint: Ich sehe das voll wie Steinebeck, bin aber immer wieder davon irritiert was "alle anderen" sagen. Vor allem, da ich mir denke, daß ich noch mit keinen fertigen Manuskript "beweisen kann", daß ich recht habe. Wobei das ganze Konzept vom "recht haben", jetzt wo ich es schreibe, an sich blödsinnig ist. Seufz.

10. April 2012
Beitrag 961

Anders

Wenn ich etwas anders ansehe,

dann wird es
etwas Anderes.

(Hommage an Ute Schlerath)

Themengebiet Foto, Lyrik
Schlagwort

JuSophie meint: Schlicht die Worte, einfach die "Lösung" für einen Perspektivenwechsel. Und hinter diesen wenigen Worten steht eine große Lebenserfahrung, eine bescheidene Zurückhaltung, die sich gerade dadurch in den Vordergrund "schiebt";-)Ich mag Ute Schlerath, nicht nur ihr Schreiben sondern auch ihre Persönlichkeit, an der ich mich im Februar bei ihrer full house Lesung erfreuen durfte.Fein dass sie hier auch ihren Platz gefunden hat.

Thomas Wollinger meint: Danke für das Kompliment - nämlich, dass du meinst, die Worte seien von Ute ... in Wirklichkeit war's ich. Wollte auch mal einen Schlerathon schreiben. :-)

JuSophie meint: naja Imitation und Nachahmung sind auch bei Kindern die ersten Schritte zum Spracherwerb*smile*

Thomas Wollinger meint: Du verstehst mich :-)

JuSophie meint: :-)

9. April 2012
Beitrag 960

Hier gibt es ein Bilderrätsel

Was das wohl ist? Wo sind das befindet?

Und: Was hat das mit meinem Schreiben zu tun?

Themengebiet Foto, Vom Rand des Schreibens
Schlagwort

Eva Jancak meint: Das Loch im Fleck, nun ja, fällt mir ein, das wird das sein, woraus die Romane entstehen oder auch das, was fehlt, beunruhigt, was antreibt, schlaflose Nächte bereiten, vielleicht auch zum Scheitern bringen kann. Aber auch wenn man Glück hat, das ist, was eine weiterbringt und vielleicht das Neue schafft. Der Senf im Getriebe, heißt das so? Nein, ist aber vielleicht die Wortneuschöpfung, die der Schreibene braucht und da kann ich gleich, weil ich das ja jetzt schon ein paar Mal machte, was Eigenes anfügen. Wer meinen Blog liest, da war ja neulich ein Artikel übers Scheitern, Rückzug, Resignation, weil das als großes Werk geplante nur fünzig Seiten lang geworden ist. Danach bin ich ins Cinema Paradiso gegangen, habe mir den dortigen Slam angehört und plötzlich mit Glücksgefühl gedacht, das ist es "Loslassen und das Eigene so gut wie man es kann tun und sich nicht um die anderen kümmern!", das hat mir, ich habe es schon geschrieben, schon vor dreißig Jahren ein guter Freund geraten und ich habe seinen Rat nicht annehmen können und sollte das auch heute nicht tun, also kein allzu großes Glücksgefühl. Das mein Loch im Kuchen aber Stehenbleiben, Umsehen und Kraft holen, bis es wieder weitergeht, bedeuten könnte, habe ich schon geschrieben und dann noch einen Traum, den ich letzte Nacht träumte. Ich hab gedichtet, tu ich nicht oft im Traum, ein Haiku einer Schreibwerstatt weitergeschrieben und es ist was Neues, Befreiendes herausgekommen, was ich zwar nicht wirklich aufschreiben, aber als Idee und Hoffnungsimpuls mitnehmen werde und dann hatte ich gestern auch so ein Erlebnis. Es war sehr kalt und ich bin auf die Rudolfshöhe hinaufgeradelt, mit klammen Händen, denn wer zieht zu Ostern Handschuhe an? Dann lagen welche auf einer Bank an der Traisen, auf der Rückfahrt habe ich sie mir genommen, sie waren zwar naß und hatten auch ein Loch im Daumen, ein bißchen gewärmt haben sie aber doch. Eine schöne Metapher, vielleicht nicht die richtige für das Ratebild, deshalb bin ich auch sehr gespannt, was den anderen dazu einfallen wird!

JuSophie meint: Auch ein Kaffeefleck auf dem blütenweißen(blumigfreien) Schreibtisch/Fensterbrett/etc. erzählt (s)eine Geschichte:)

Dieser Beitrag wird von Fortgesetzte Krisenstimmung « Literaturgefluester zitiert: [...] verwendet läßt. Es liegt ja alles am Weg, man muß es nur aufheben, die Geschichten, die Ideen, die Handschuhe, das Geld. Die Handschuhe haben meine Finger gewärmt und man kann die Paula Nebel ja auch als [...]

8. April 2012
Beitrag 959

Im Schreibraum des Stephen King

… mit Hund Marlowe. Wie alt das Foto wohl ist? Der Computer war zu seiner Zeit wohl recht teuer.

Quelle: thejourneyiseverything

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Ein interessantes Foto, der Herr King treibt es wohl sehr lässig, in seiner Schreibgarage, Füße auf den Schreibtisch typisch amerikanisch könnte man meinen und seine berühmte Welt, die alle fasziniert, entsteht auf den Knien, für unseren geschulten Schreibgeschmack fehlen da die Bücher. Wo hat erseine Bibliothek mit den Schreibratgebern, die man braucht um... Er hat ja. glaube ich. selber einen sehr berühmten geschrieben und war auch der, erste der seine Geschichten im Internet erscheinen ließ, da habe ich mir mal eine ausgedruckt , ließ mich von ihr inspirieren und habe einiges von der Stimmung in meine real Geschichte für den Simens Literaturpreis, den es noch gab, verwendet, die Simona geht betrunken am Donaukanal nach Hause und sieht dabei Gespenster, den Preis habe ich nicht bekommen, wohl ist die Geschichte aber in Ruths Aspöcks zweiten Donaubuch abgedruckt und ich habe sie auf der Donauradkarawane nach Ostern vor fünf Jahre in Vilshofen, das ist ein kleiner Ort nach Passau, im Rathaus vorgelesen

Fredi meint: Der Marlowe schaut geschreckt drein. Dem ist nicht ganz wohl. Der spürt die Horror Auro seines Herrlis. Ein Hundeleben eben.

7. April 2012
Beitrag 958

Die 11 Gebote von Henry Miller.

  1. Work on one thing at a time until finished.
  2. Start no more new books, add no more new material to ‘Black Spring.’
  3. Don’t be nervous. Work calmly, joyously, recklessly on whatever is in hand.
  4. Work according to Program and not according to mood. Stop at the appointed time!
  5. When you can’t create you can work.
  6. Cement a little every day, rather than add new fertilizers.
  7. Keep human! See people, go places, drink if you feel like it.
  8. Don’t be a draught-horse! Work with pleasure only.
  9. Discard the Program when you feel like it—but go back to it next day. Concentrate. Narrow down. Exclude.
  10. Forget the books you want to write. Think only of the book you are writing.
  11. Write first and always. Painting, music, friends, cinema, all these come afterwards.

Quelle: Brain Pickings

Themengebiet Erfahrungen anderer Autoren, Schreibtipps
Schlagwort

Anni meint: Am besten ist natürlich, die Punkte 7 + 11 zu mixen ...

Agi meint: Super! Ich kenne diese Gefühle zu gut!

6. April 2012
Beitrag 957

Vor dem nächsten großen Schreibakt

Ich befinde mich davor, vor dem nächsten großen Schreibakt, der meine kommende Lebenszeit ausformen wird. Ich schmelze Worte und Gefühle und schmiede aus ihnen das, was meine kommende Sprache sein wird.

Und meine Finger! Ich fotografiere sie, wie sie nach Botschaften tasten, in diesen Texten der ganz Großen.

(Herbert Zand: Roman der Eingekesselten. Seite 30.)

Themengebiet Romantagebuch
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Ob man da etwas zu sich herüberbekommt?, aber man soll ja auch das Eigene schaffen und sich selber ausprobieren, auf jeden Fall viel Glück, Erfolg und frohes Schaffen

5. April 2012
Beitrag 956

Die absolute Dringlichkeit des Autors für sein Werk.

Ich habe schon viele Romanprojekte untergehen gesehen. Etwa in der Klasse der Leondinger Akademie für Literatur, Jahrgang 2006: Von 10 Romanprojekten, die damals von Gustav Ernst betreut wurden, ist bislang eines veröffentlicht worden.

Charles Bukowski sagt dazu:

Don’t ever write a novel unless it hurts like a hot turd coming out.

John Steinbeck meint dazu:

If there is a magic in story writing, and I am convinced there is, no one has ever been able to reduce it to a recipe that can be passed from one person to another.

The formula seems to lie solely in the aching urge of the writer to convey something he feels important to the reader.

If the writer has that urge, he may sometimes, but by no means always, find the way to do it. You must perceive the excellence that makes a good story good or the errors that makes a bad story. For a bad story is only an ineffective story.

Themengebiet Erfahrungen anderer Autoren
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Da würde mich erstmal interessieren, welcher Roman ist erschienen und interessant, ob ich ihn kenne? Mich fasziniert ja immer, wie viele Leute schreiben und ich nehme das auch sehr ernst und interessiere mich sehr dafür. Wenn man auf Messen, wie Leipzig etc fährt, ist man geschockt, von der Bücherzahl die es dort gibt und wenn dann irgendein Schauspieler oder Modezar auch sein neues Werk präsentiert, das vielleicht mit einem Ghostwriter mit oder allein geschrieben wurde, denke ich, wieso geht es bei dem und bei mir nicht? Das Scheitern eines Romans könnte ich gerade bei mir erleben, denn es könnte sein, daß aus meinem Work on Progess am Ende nur eine vierzig Seiten Erzählung herauskommt, was aber auch nichts macht. Man kann sowieso nicht alles, was erscheint, lesen. Das Romanschreiben eine schwere Arbeit ist, weiß jeder, der es versucht und man braucht viel Energie und wohl auch Hilfe und Unterstüzung damit man es ans Ende schafft und angeblich gibt es in Deutschland eine halbe Million Leute, die schreiben und es nicht in einen Verlag schaffen, die ernten dann den Spott und die Häme, der etwas Glücklicheren oder derer, die es gar nicht erst versuchen, was mich auch ein wenig betroffen macht. Natürlich, man kann nicht alles lesen und zumindest ich denke, jeder der will, soll schreiben, offenbar ist das sehr vielen Leuten wichtig und das finde ich auch schön. Ein Dilemma mit dem "Überangebot" gibt es und das hat mich schon in der Schule beschäftigt, daß ich mir dachte, keine Chance, es wurde ja schon alles geschrieben, eine Freundin hat mir dann gesagt, du kannst es noch einmal schreiben und der Schreibgott Reich-Ranicky meint ja auch, es gäbe nur zwei Themen an denen sich alle versuchen, die Liebe und den Tod. Machen wir was daraus, würde ich sagen und es ist ja auch faszinierend, daß es immer wieder junge Leute gibt, die das Rad neu erfinden und sehr stolz auf ihre Debutromane sind, die neun nicht erschienen Romane bedauere ich auch ein wenig, aber man muß ja nicht alles lesen und alles schreiben, das wurde mir auch schon gesagt

4. April 2012
Beitrag 955

John Steinbeck über die Angst, dass der Roman niemals fertig wird.

Abandon the idea that you are ever going to finish.

Lose track of the 400 pages and write just one page for each day, it helps.

Then when it gets finished, you are always surprised.

Quelle: Brain Pickings

Themengebiet Erfahrungen anderer Autoren
Schlagwort

Eva Jancak meint: Da habe ich wieder das Gegenproblem, die Angst vorher steckenzubleiben und statt des großen Romans nur eine vierzig Seiten Erzählung präsentieren zu können, hat mich derzeit eingeholt und auch mit der bin ich nicht zufrieden, Schwächen, Schwächen überall, ups es wird nicht besser und bleibt vielleicht wirklich so, wie es schon vor dreißig Jahren war, da wird es wieder überraschend sein, was letztlich herauskommen wird und die Idee den Rest der Osterwoche als eine Art Schreibklausur zu nützen, die mich wieder aus der Krise herausbringen kann, gibt es ja schon

Dieser Beitrag wird von Lesung mit Rudolf Lasselsberger im El Speta « Literaturgefluester zitiert: [...] Seiten auf knapp vierzig reduziert und gedacht, ich kann es doch nicht und das dann auch auf Thomas Wollingers Blog geflüstert. Am Mittwoch bin ich es noch einmal durchgegangen, habe es anders empfunden und [...]

3. April 2012
Beitrag 954

Herzerwärmend :-) Danke.

Dieser Blog hier ist primär für mich, aber wenn es dort draußen, außerhalb meines Schreibraums, ein paar Menschen gibt, die den Blog begleiten, dann ist das zusätzlicher, wunderbarer Auftrieb.

Unlängst bekam ich von viki folgende Nachricht:

wunderschön. lässt du uns weiter dein wortehimmel sein? die asche die du hier in den www-wind verstreust lässt auch meine gedanken wachsen. ich verstehe – der weg muss geschrieben werden – und lohnt sich – für die worte, die im prozess entstehen, aber ohne ihn doch alles sagen, was es zu sagen gibt. schreiben schreiben schreiben schreiben. sagen. kennst du das wie schön es ist wenn jemand etwas endlich in worte fasst, was du schon oft erlebt hast und nicht im stande warst bewusst zu begreifen? danke Thomas

Ja, gerne.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort

Eva Jancak meint: Ich denke schon, das dieser Blog für jemanden der schreibt sehr hilfreich sein kann und ich glaube auch, daß es wichtig ist ehrlich über sein Schreiben zu reflektieren und einfach vor sich hin zu berichten, wie es einem dabei geht und das gefällt mir an diesen Blog, also nochmals vielen Dank und Weitermachen!

esther meint: Da schließe ich mich gerne an: Danke, Thomas! :-)

2. April 2012
Beitrag 953

Alles ist wahr, was über das Schreiben gesagt wird. Für gewisse Menschen, in gewissen Situationen.

Schreibtipps widersprechen einander. Gutes Beispiel sind die Schreibtipps auf Twitter. Wie etwa …

Bringen Sie in jeden Ihrer Romanhelden Facetten Ihrer eigenen Persönlichkeit ein – das erleichtert zudem die Identifikation. (Quelle)

“Schreibe über das, was du kennst” ist kein guter Rat. Besser wäre: “Recherchiere vor dem Schreiben, was du noch nicht kennst.” (Quelle)

Das widerspricht sich doch – soll ich nun autobiografisch sein oder doch lieber Fremdes recherchieren?

Frage: Was ist nun wahr?

Antwort: Beides.

Mir tut es beispielsweise gut, aus dem autobiografischen zu schöpfen, weil es meine Arbeit erleichtert. Manchmal. Und manchmal arbeite ich mich wie ein Verrückter in fremde Persönlichkeiten ein, weil es meine Arbeit bereichert.

Frage: Macht es denn dann noch Sinn, dass Schreibgurus irgendwelche Aussagen treffen?

Antwort: Klar. Die Aussagen haben Gültigkeit. Die Glaubwürdigkeit der Gurus nimmt zu, wenn sie sagen, unter welchen Bedingungen die Aussagen zutreffen. Und für wen.

Frage: Was ist also nötig?

Antwort: Sich die Unterschiedlichkeit der Schreibenden genau anzusehen, für die Schreibtipps abgegeben werden.

Themengebiet Schreiberfahrung vermitteln

Eva Jancak meint: oder einfach vor sich hinschreiben und sich danach das Resultat ansehen und eventuelle Feedbacks und Schreibtips einholen und vor allem sich nicht irritieren lassen