Heute schreibe ich nichts

(oder: Nichtschreiben als Teil des literarischen Prozesses)

Habe das Herumhirnen satt. Mich in ein herzkrankes Mädchen hineinversetzen, oder in Frauen, die ohne Väter aufwachsen und darum wahllos Männerbekanntschaften habe oder in einen Typen, dem seine Freundin verbrannt ist oder in eine Quasiheilige, die vor soundsovielen Jahrhunderten ein Spital gründet hat … ich sag’s euch, Leute, das ist manchmal anstrengend.

Lieber heute gar nicht!

Lieber Leben genießen. Hirn ruhen lassen. Denn:

Laster und Tugend sind für den Künstler Material einer Kunst.

(Oscar Wilde im Vorwort zu Dorian Gray)

Schreib was dazu ...