Quarantäne

Ich habe mich zurückgezogen. Das Telefon die meiste Zeit ausgeschaltet. Die Wohnung nur einmal kurz verlassen, um Essen zu besorgen. Ich will keine SMS schreiben und keine E-Mail.

Ich bin in meinem Schreibraum. Ich schreibe. Die letzten beiden Tage insgesamt 14.000 Zeichen – ja, das tut gut nach der einwöchigen Durststrecke. Dieses verbissene Suchen des Wegs, dieses Abklappern aller offenen Fragen nach nötigen Antworten.

Mein Roman hat jetzt 574.000 Zeichen, und ich bin fassungslos wegen dieser Größe. Ich habe noch nie etwas so langes geschrieben. Längst geht es nicht mehr darum, Seiten zu machen. Sondern die Komplexität zu beherrschen. Das ist anstrengend (und lohnend). Immer noch spüre ich mich erst am Anfang des Gebildes, das ich da erschaffen habe.

Die Quarantäne wird noch ein paar Tage andauern können. Ich bin glücklich, durch und durch.

3 Gedanken zu „Quarantäne“

Schreib was dazu ...