Hochplateau. Grenzen meiner Worte.

Ich kann mich nicht ausdrücken. Was ich empfinde, ich, als Mensch (im Unterschied zu mir, dem Autor). Darum, vielleicht, habe ich zu schreiben begonnen.

Mein Romanprojekt ein Hochplateau. Umgeben von einem Bergmassiv, und im Zentrum ein See. Ich bin seit Ende 2005 das Bergmassiv hinauf gegangen und gekrochen. Bin auf Steinhalden ausgerutscht, an Abgründen haarscharf vorbei, habe mir beim Festhalten die Finger wundgerissen und habe mich aufgerappelt. Auf meinem Weg habe ich manchmal Menschen mitgeschleppt, und manchmal war ich der, der getragen wurde. Ich habe Kameraden abfallen gesehen. Und als die Luft so dünn wurde, dass jeder Schritt wie fünf wog, da ließ ich auch das Zurückblicken.

Nun, nach 5 Jahren, bin ich oben. Ich überblicke die Ebene, ich sehe den Himmel und das umgrenzende Bergmassiv, das sich alles – mit solcher Klarheit! – im See spiegelt. Das ist ein Anblick, und wenn ich den beschreiben müsste – jedes Wort, das ich dafür verwendete, müsste ich streichen, weil es mir unzulänglich vorkäme.

Ich werde nun zur Ebene hinabsteigen. Ich werde über vereiste Schneefelder auf dem Hosenboden hinunterrasen, ich werde mit dem rutschenden Geröll hinunterrennen, ich werde über feuchtes Gras hinunterrutschen, in Flüsse springen, Wasserfälle hinabstürzen und zum See schwimmen.

Und kann ja doch nicht begreiflich machen, was ich empfinde.
Hier oben.
Vor meinem Laptop.

2 Gedanken zu „Hochplateau. Grenzen meiner Worte.“

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