Ich protokolliere Leben

Am besten schreibe ich, wenn ich bloß protokolliere: ich erfinde nichts, ich schreibe nur nieder, was die Romanpersonen machen.

Das ist der Fall, wenn alles schon erfunden ist, wenn alles schon gefühlt ist. Ich erkläre nichts, ich lasse euch Romanpersonen die Arbeit machen. Es ist ja schließlich euer Leben! Also, steht auf und lebt, eine jeder auf seine Art.

Und sollte sich noch irgendein dichterischer Firlefanz einschleichen, dann schneide ich ihn ab. Schnipp.

2 Gedanken zu „Ich protokolliere Leben“

  1. Bei mir gibt es immer wieder Widersprüche. Ich glaube, mein Schreiben lebt von der Spannung, die das Widersprüchliche auftut. Was ich tue, wenn die Romanpersonen widersprüchlich reagieren? Ich spüre mich hinein. Entweder bügle ich dann die Handlungen aus oder aber ich frage mich: Was bringt eine Romanperson dazu, so widersprüchlich zu reagieren? Ist da etwas, das ich übersehen habe? Oft übersehe ich etwas. Literarische Freunde (wie GRAUKO) helfen mir dabei, das zu entdecken.

  2. Gibts dabei keine Widersprüche?
    Mir passiert es zum Beispiel öfter, daß ich etwas zu schnell bin und mir durch „überhastete Reaktionen“ die Handlung verbaue.
    Was machen Sie, wenn Sie bemerken, daß Ihre Romanfiguren widersprüchlich reagieren und das Ganze in eine andere als geplante Richtung kommt?
    Lassen Sie es oder gehen Sie zurück zum Start?

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