Ein Schriftstellerwitz oder: Ich schreibe, weil ich muss

Nicht was er schreibt, ist das vorrangige Ziel des Schriftstellers. Sein vorrangiges Bedürfnis ist das Schreiben – so sagte es André Gorz in seinem letzten Werk, dem “Brief an D.”

Wahre Autoren schreiben, weil sie müssen. Und nicht nur deshalb, damit sie veröffentlicht werden. Der folgende Witz bringt es – wohl unfreiwillig – auf den Punkt.

Ein Schriftsteller ist gestorben und kommt ans Himmelstor. Dort erwartet ihn Petrus und sagt: “Gratuliere, Sie sind fürs Schriftstellerparadies vorgesehen.”

Im Paradies sieht der Schriftsteller andere Schriftsteller, die auf feurigen Stühlen vor rot glühenden Tastaturen sitzen. Bei jedem getippten Buchstaben verbrennen sie sich die Finger. Sie jammern und klagen. “Wenn das das Paradies ist,” meint der Schriftsteller, “dann möchte ich doch gern mal die Hölle sehen.”

Die beiden fahren mit dem Aufzug eine Million Stockwerke nach unten und landen in der Schriftstellerhölle. Und die ist so: Schriftsteller sitzen auf feurigen Stühlen vor rot glühenden Tastaturen, bei jedem Buchstaben, den sie tippen, verbrennen sie sich die Finger, und sie jammern und klagen.
“Wo ist denn da bitte der Unterschied?”
“Die hier unten finden keinen Verleger.”

(Quelle: Montségur)

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