Achtung: Lesen zerstört das Schreiben! Siehe Philip Roth.

Vor knapp fünf Jahren hätte er begonnen, seine Lieblingsautoren neu zu lesen – Hemingway, Turgenjev, Dostojevskij u.a. – sowie auch seine eigenen Werke. Worauf er zur Erkenntnis gekommen sei, dass die Begeisterung für die stets als schwer empfundene Arbeit des Schreibens verflogen sei. Und er wolle über Bücher auch nicht mehr sprechen: „After that, I decided that I was done with fiction.“

Quelle: Der Standard: Philip Roth zieht sich vom Schreiben zurück.

Darum: Ich sollte alle Bücher wegwerfen, die ich noch besitze. Vor allem Dostojevskij. Aber wie ist das mit Henry Miller? Muss der auch weg?

8 Gedanken zu „Achtung: Lesen zerstört das Schreiben! Siehe Philip Roth.“

  1. Ob das auch schon Thomas Wollinger Schreibrückzug ist? Seit fast einem Monat keine Artikel, obwohl da doch jeden Tag was zu finden war? Was ich persönlich sehr schade finden und mich über ein Wiederauftauchen und einen Zustandsbericht sehr freuen würde!

  2. Das ist doch ein gutes Ende: Dein Leben lang hast du Bücher geschrieben & sie verkauft, und in einem hohen Alter kannst du endlich sagen, nun ist es gut, ich habe alles erzählt, was ich erzählen wollte, jetzt nutze ich die letzte Zeit noch Mal für etwas Neues. :) Denn offenbar hat ihn nicht die reine Lust am Schreiben schreiben lassen, sondern ein innerer Drang, etwas von sich nach Außen zu tragen, sich zu beweisen, etwas auf einem Gebiet zu leisten, das er lange Zeit bewunderte. Das hat er nun getan.

  3. Ich finde es völlig legitim wenn man keine Lust mehr hat … da sollte man dann aber auch so ehrlich sein und nicht dem Lesen die schuld geben :-) …

  4. Es stellen sich zwei interessante Fragen. Erstens: darf ein Autor in Pension gehen? Ruhestand im wahrsten Sinne des Wortes?
    Zweitens: wenn Philip Roth Platz macht, wer wird sein Nachfolger (allein schon als „ewiger Kandidat auf den Nobelpreis“, wer wird da wohl nachrücken?)

  5. Da habe ich eine komplett andere Erfahrung und kann das Lesen jedem Autor nur empfehlen und finde es eigentlich sehr schade, daß das die, die ich kenne, oft nicht zu machen scheinen. Da gibt es ja das Argument, daß sich das auf den Stil negativ auswirken könnte, weil man dann wie Thomas Bernhard etc schreibt. Ich hab immer gerne gelesen und lange auch die Bücher der anderen nicht mit meinen in Beziehung gesetzt, die anderen waren immer besser und unerreicht, in letzter Zeit bemerke ich aber, daß ich sehr wohl Vergleiche ziehe, sage „Wow, dasr ist besser, bei Christoph Ransmayr ist mir das das letzte Mal passiert, bei der letzten Frischmuth Lesung habe ich gedacht, „Zu achtzig Prozent brächte ich das auch zusammen!“, habe mich gefreut und komme den Schreibern vielleicht beim Schreiben auf die „Schliche“ und meine zu merken, warum sie das jetzt so gemacht haben und das Beste ist, glaube ich, daß ich bei meinem Stil bleibe, mit dem meinen nicht so erhöhten Realismus, mit dem ich ja leider ziemlich einsam und unbeachtet unterwegs bin und denke „Ich bleibe dabei, die Unebenheiten natürlich noch abschleifen, aber so schlecht ist meines nicht!“ und weiter toll finde ich, daß ich nach soviel Jahren noch so viel Freude an den Büchern der anderen habe. Ich bin ja selten von einem so wirklich begeistert und liege auch nicht auf dem Boden vor dem Autor, lasse aber das andere gelten, finde es interessant, lerne sehr sehr viel dabei und solche Aussagen, wie die oben finde ich ganz ehrlich leicht überheblich und oberflächlich und auch die der anderen Bücherblogger, die ich kürzlich gelesen habe, wo die in überweigender Mehrzahl immer noch meinen, daß sie natürlich keine Selfpublischer Bücher lesen. Schade, schade, schade, denn da wird ihnen vielleicht einiges entgehen, dann sind sie aber selber schuld!

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