Das Leben ist nur unter einer Bedingung erträglich.

Man muss Nomade sein, durch die Ideen wie durch Länder und Städte gehen. Sittiche und Kolibris essen, lebende Pinseläffchen verschlingen, Giraffen das Blut aussaugen und sich von Pantherfüßchen ernähren!

Man muss mit Möwen schlafen, mit einer Boa tanzen, mit Heliotropen Liebe machen und seine Füße in Zinnober waschen!

Das Leben ist nur unter der Bedingung wirklich erträglich, unter Leuten zu leben, die keinen Hintergedanken haben, keine Opportunisten, aber das heißt, das Unmögliche zu verlangen.

(Francis Picabia – Begleitheft für Kinder, Jugendliche und Familien. Kunsthalle Krems. 2012)

2 Gedanken zu „Das Leben ist nur unter einer Bedingung erträglich.“

  1. Besser kann man es nicht sagen. Allerdings: Francis Picabia wirkt, zumindest auf dieser Photographie, sehr verträumt. Wer Kindern empfiehlt, Giraffen das Blut auszusaugen, auch wenn es metaphorisch gemeint ist, geht an der Intention des Künstlers einen ordentlichen Schritt vorbei. Ich sehe darin einen Aufruf zur Avantgarde. Dem kann kein Kind Folge leisten, auch nicht wenn es als Metapher gilt. Doch das ist so in Österreich. Da macht Krems keine Ausnahme. Wenn die Möglichkeit besteht, den Nachwuchs, in welcher Weise auch immer, früh zu destabilisieren, dann wird das auch gemacht. Der Erwachsene Menschen soll sich ja dann bedanken, wenn er von einem Mix aus Tradition und Starrheit strukturell eingefangen wird, um seine Funktionalität vollends zu verwirklichen. So ist es auch an den Schulen. Es wird versucht mit geschulter Überladung, das kritische Denken von Anfang an zu eliminieren. Der Künstler wollte bestimmt das Gegenteil. Ein Kind isst auch keine geröstete Leber. Auch das tun sie. Dieses Land ist vollends verloren und war es schon immer.

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