Wie ich eine Szene schreibe oder: über die Notwendigkeit, Zeit zu vergeuden

Tag 1

Ich nehme mir vor, eine Szene zu schreiben und überlege mir, worum es gehen soll.

Ich sitze am Laptop und will weg vom Laptop. Ich zwinge mich zum sitzenbleiben, also surfe ich sinnlos und trinke Kaffee und esse Joghurt. Und wie dankbar bin ich, wenn ich etwas zu recherchieren habe! Recherchieren ist eine gute Entschuldigung, um abzudriften und sich nicht mit dem Wesentlichen zu beschäftigen. Ich erfinde sogar eine neue Personen und – dir hat‘s doch ins Hirn ge…issen! Keine neuen Personen! Konzentrier dich lieber auf das Wesentliche – Was ist das Wesentliche?

Ich bin unzufrieden mit meiner Leistung und höre nach etlichen Stunden zu schreiben auf.

Tag 2

Schreibe heute bewusst nichts. Mache anderes. Fühle mich abgelenkt, nicht besser.

Tag 3

Untertags bombardiert mich mein Hirn mit Worten, die es niederschreiben will. Habe aber keine Zeit zum Schreiben. Nur mal schnell vor den Laptop setzen, um Gedankenfetzen zu notieren. Daraus entstehen Absätze, Dialoge. Ich wundere mich über mich, dass ich die letzte Zeit so kompliziert gedacht habe. Brauche doch nur das Naheliegende niederschreiben! Abends, anstatt zu schlafen, tippe ich nieder, was zu tippen ist.

Tag 4

Ich nehme mir die nächste Szene vor. Ich überlege mir, worum es gehen soll.

Schreib was dazu ...