schreiben – Autorenblog von Thomas Wollinger.
18. Mai 2012
Beitrag 1000

der tausendste eintrag auf meinem blog lautet…

Danke, liebe Leserinnen und Leser, für eure fast tausend Kommentare, die ihr hier hinterlassen habt.

Themengebiet Romantagebuch
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17. Mai 2012
Beitrag 999

Aus der 237teiligen Serie: Was es so alles gibt bei Worten. Heute: Das rekursive Akronym

Als rekursives Akronym bezeichnet man eine Abkürzung, die in der Erklärung ihrer Bedeutung rekursiv auf sich selbst verweist, d. h. paradoxerweise seine eigene Abkürzung als Teil des ausgeschriebenen Begriffs enthält.

Quelle: Wikipedia

Ich weiß noch nicht, wie mich diese Information betrifft.

Ist vielleicht ein Aufruf für mehr Rückbezüglichkeit in der Sprache. Dieses postmoderne Zeug meine ich – also den Text zum Inhalt des Texts machen, die Arbeit am Text zum Teil der Handlung des Texts machen.

Vielleicht auch nicht.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
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Eva Jancak meint: Was es nicht alles gibt, habe nicht viel verstanden, wie das mit der Rückbezüglichkeit ist, denke aber, damit gewinnt man beim Bachmannpreis nicht und die Arbeit am Text in der Geschichte beschreiben, kommt nach meiner Erfahrung bei den Experten nicht gut an, ich mach das manchmal das ich über das Schreiben in meinem Fall, das erfolglose Schreiben schreibe und denke wieder, in Zeiten, wo schon alles geschrieben wurde, probiert man eben viel aus. So gesehen wäre das Schreiben über den Text im Text ja etwas Neues und wir beide schreiben in unseren Blogs ja auch sehr viel übers Schreiben

16. Mai 2012
Beitrag 998

Arbeite am Denken meines Romanhelden…

… und höre dabei seltsame Musik. Mein Romanheld ist vielleicht der, der die xkcd-Comics zeichnet. Jedenfalls arbeitet er in IT-Projekten. Er stellt viele unangenehme Fragen. Das heißt: den anderen stellt er diese Fragen. Sich selbst nicht. Sich selbst weicht er aus.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
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15. Mai 2012
Beitrag 997

Jeder hat so seine eigenen, seltsamen Inspirationsquellen, oder?

Habe xkcd.com als Quelle für geistige Lockerung und Inspiration gefunden.

xkcd schreibt über sich:

I’m just this guy, you know? I’m a CNU graduate with a degree in physics. Before starting xkcd, I worked on robots at NASA’s Langley Research Center in Virginia. As of June 2007 I live in Massachusetts. In my spare time I climb things, open strange doors, and go to goth clubs dressed as a frat guy so I can stand around and look terribly uncomfortable. At frat parties I do the same thing, but the other way around.

Ich sehe mir so ein xkcd-Comic an und frage mich: was will es mir sagen, für mein Schreiben?

1) In Wirklichkeit: Nichts, weil mich xkcd nicht kennt.

2) Obiges Bild etwa. Es ist ein Aufruf an mich. Denn oft falle ich beim Schreiben in die Falle, dass ich meinen Helden Möglichkeiten durchdenken lasse anstatt zu zeigen, was der Held tut. Darum: Thomas, schreib was ist, nicht, was möglicherweise ist.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
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14. Mai 2012
Beitrag 996

Zufallsgeschichten

Manchmal ersehne ich mir den Einsatz eines Zufallsgenerators…

Aber nur manchmal. Denn meistens will ich die Illusion, dass ich alles steuern und schreiben kann wie ich will und ich im Schreiben gar nicht Gefangener von irgendwelchen Zusammenhängen bin.

Quelle: xkcd

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
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Eva Jancak meint: Man sollte es schon selbst steuern oder es wenigstens versuchen, aber natürlich gibts das Unbewußte, das einen lenkt, ohne daß man es merkt. Ich merke das meist an meinen Namen. Da hör ich einen schönen im Fernsehen, les ihn in der Zeitung, speichere ihn und verwende ihn dann Monate später in einem Text ganz jungfräulich, beim Herzeigen später kommen dann die Fragen "Ist das der bayrische Schauspieler, wieso heißt Ihre Heldin wie eine Schweizer Musikerin? Da braucht man dann den Zufallsgenerator der solche Zufälle ausscheidet, aber dann ist das was überbleibt, vielleicht nicht mehr so originell?

13. Mai 2012
Beitrag 995

Ute Schlerath: Live beim GRAUKO Maibaumaufstellen

Mehr vom GRAUKO Maibaumaufstellen, das am 5.5.2012 in Graz stattgefunden hat, findet ihr auf www.grauko.at.

Themengebiet Lesungen im Video, Videoblog
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12. Mai 2012
Beitrag 994

Ringen um Struktur und Einstieg.

Ich könnte nun beginnen, eine Struktur für den Roman zu erfinden. Und würde dann, nach viel Umhertun und Streichen doch bei den Prinzipien ankommen, die sich bewährt haben.

Andererseits könnte ich gleich mit Bewährtem beginnen.

Es ist ja alles da! Ich habe ja schon so vieles über das Schreiben gelesen! Ich meine die mythologischen Grundmuster. Ich meine die Odyssee des Drehbuchschreibers von Christopher Vogler. Demnach ist der Einstieg die gewohnte Welt des Helden. Bevor ihn der Ruf des Abenteuers ereilt. Der Ruf des Abenteuers bringt den Helden aus seiner Bequemlichkeit heraus.

Lese mich mal wieder ein. Ab Seite 159.

Disclaimer: Ich habe sehr wohl die Handlung vor mir und die Entwicklung des Romanhelden. Aber die Ausformungen der Handlung habe ich nicht. Die Ausrichtungen der Szenen/Phasen ebenso nicht. Und dafür suche ich Muster.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
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Eva Jancak meint: Ich seh da wieder den brühmten Grundkonflikt, ich sitze vor dem Notizbuch mit dem Romanbeginn, denke jetzt wird alles neu und anders und nie dagewesen und ein paar Szenen bin ich beimeinen alten Mustern oder wie es bei mir gestern Abend war, saß ich "Die Frau auf der Bank" in der Handtasche, wo sich eine Außenseiterin mit einer anderen auf einer Parkbank trifft oder darüber resumiert, in der Hauptbücherei, bei der Vorstellung von Milena Michiko Flasars neuen Erfolgsroman, die eine ähnliche Sprachkünstlerin, wie Andrea Winkler sein dürfte, wo sich auch zwei Außenseiter auf einer Bank treffen. Das hat mir dann wieder einen Schock versetzt, denn was macht man, wenn das, was in einem Drinnen ist, nicht so fulminant wortgewaltig ist? Da bin ich wahrscheinlich bei den sozialpsychologischen Dimensionen und komme mit den reinen Sprachlehrbüchern nicht weiter, obwohl ich natürlich weitermache und schon eine Idee für das Nächste in mir habe. Aber am Rathausplatz bei der Festwocheneröffnung waren sieben musikgewaltige Jugendliche zu hören und eine Jury hat die drei besten, drei junge Männer, ausgewählt. Da lobe ich mir die Bezirksschreiberabschlußlesung Alsergrund, da haben mit Emily Walton zwei andere Finalistinnen gelesen und Emily Walten bietet jetzt eine WIFI -Weiterbildung "Wie werde ich Schriftstellerin an", für dich sich die hoffnungsvollen Schreiber natürlich interessieren. Da habe ich mir wieder gedacht, was ist, wenn ich das zwar will, aber nie zu den Finalisten komme, in einer Gesellschaft, die das irgendwie von einem fordert? Aufgeben natürlich nie, aber manchmal wird man schon ein bißchen depressiv dabei

11. Mai 2012
Beitrag 993

Bin ungeduldig. Will den Einstieg finden. Mein Kampf gegen alte Muster.

o beginne ich meine Geschichte?

Es ist doch dieses alte Muster: um das Treffen zweiter Menschen, A und B, zu beschreiben, fange ich dann damit an, wie A seine Wohnung verlässt und über B nachdenkt? Oder beginne ich mit dem Warten von A, dass B endlich kommt? Oder beginne ich mit den ersten ausgetauschten Worten, Berührungen?

“Kommt darauf an, was das Ziel der Szene ist”, lautete meine Antwort, wenn ich wegen so einer Schreibsituation um Rat gefragt wurde.

Was ist das Ziel genau? Nur weil ich anderen Menschen beim Schreiben helfe, heißt das nicht, dass es bei mir von selbst rennt. Beileibe nicht. Bin ungeduldig.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
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Eva Jancak meint: Tja, wieder so ein Stolperstein, der mich und wie zu lesen auch den Experten beschäftigt. Bei mir fängt es oft mit einem Aufbruch, einem Geburtstag, einem Weggehen an und dann hat Angelika Reitzer ihren letzten auf eine Shortlist gekonnenen Roman auch damit begonnen und ein Kritiker hat abfällig genörgelt "Nicht schon wieder ein Familienfest!" Das trage ich nun im Kopf bei meinen Romananfängen und denke, ich darf doch nicht schon wieder- Aber wie soll ich beginnen, es wurde doch schon alles beschrieben? Wie geht man also gegen die alten Muster an? Eine interessante Gretchenfrage, die Antwort oben, auf das Ziel zu schauen, ist interessant, hilft aber auch nicht unbedingt weiter, denn was ist, wenn das Ziel ist, eine Mutter-Großmutter-Tochter Beziehung, wie beispielsweise in meiner "Absturzgefahr" zu beschreiben? Da passt das Geburtstagsfest der Mutter am Beginn, die "Dora Faust" hat aber auch schon mit einem solchen begonnen!

10. Mai 2012
Beitrag 992

Wieder einmal bin ich Anfänger.

Letztens mit Susanne Gregor telefoniert.

Ihr gesagt, ich fühle mich jetzt, in Anbetracht meines Romanbeginns, wieder einmal als Anfänger, der durch alles wieder durch muss. Wie bei den Brettspielen, wo man zurück an den Start geht.

Sie hat das verstanden.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
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Eva Jancak meint: Ja, aber wie schon erwähnt, so richtig stimmt das nicht, denn man ist ja kein leeres Land und auch kein unbeschriebenes Blatt, sondern nimmt alle seine Erfahrungen, Hoffnungen, Ängste, Wünsche und natürlich auch die literarische Vorerfahrung mit. Ich beispielsweise den Zensor im Kopf, der immer "So geht das nicht schreit!", schreit und mich dabei wahrscheinlich sehr behindert, Daniel Kehlmanns Stimme sagt vielleicht "Du bist der Größte!" und manchmal ist man, so wie ich vielleicht, ein bißchen leergeschrieben, weil man hat ja schon alles angeschrieben und man muß sich auch vor seinen Fallen hüten, ich beispielsweise nicht wieder schnell das Selbe zu schreiben etc. Und um es positiv zu formulieren, natürlich nützt die Schreiberfahrung, die man hat und natürlich soll man versuchen ganz von vorn mit leeren Kopf anzufangen und vielleicht ist es auch gut, irgendwo zu wissen, daß es ganz so rein und jungfräulich nicht gehten wird. Susanne Gregors Buch habe ich übrigens vor kurzem gelesen, ist eine feine neue literarische Stimme im österreichischen Literaturbetrieb

Fredi meint: Dafür hast Du ein wunderschönes Telefon! Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf. :-)

Eva Jancak meint: Ja ein ganz altes, das bis in die Siebzigerjahre in jeden Haushalt stand

9. Mai 2012
Beitrag 991

Ich schreibe schlecht.

Und dann diese Momente wie eben jetzt.

Wo mir mein Geschriebenes wehleidig vorkommt und ich kürzen will, ich aber noch fast nichts geschrieben habe, was ich kürzen könnte.

Gehört dazu, zum Gesamtpaket “Autorsein” :-)

Themengebiet Romantagebuch
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Eva Jancak meint: Ja, manchmal passiert es, daß etwas schwächer wird, oft merkt man das nicht selbst oder erst später beim Lesen, deshalb ist das Feedback, die Co-Leser, das Lektorat etc ja auch wichtig. Ich kann mich an eine Schularbeit erinnern, wo ich keinen Schlußsatz hatte, so abgab und dachte "Ein Nichtgenügend wird es schon nicht werden!", die Lehrerin war begeistert, hat das von dem Schlußsatz erwähnt, daß das nichts macht und mir wegen meiner Rechtschreibfehler, die mir schon damals egal waren, ein "Minus Sehr gut" gegeben. Andere Schularbeiten, wo ich dachte, die sind sehr gut, bekam ich kommentarlos ein "gut" oder vielleicht auch ein "befriedigend". Über meine literarischen Arbeiten kann ich nicht so Auskunft geben, da ich ja nicht viel Feedback habe und auch nicht glaube, daß sie wirklich viel gelesen werden. Ich habe im Jahr 2000 aber zu schwarz blau eine Geschichte "Widerstand beim Zwiebelschneiden" geschrieben und die mehrmals bei den Widerstandslesungen und so gelesen und die ist dann durch die kleine Zeitschriftenszene gegangen, mehrmals veröffentlicht worden und war, glaube ich auch in dem Widerstandsbuch des Milena Verlags, obwohl ich eigentlich dachte, das ist halt so ein Anlaßtext und eigentlich nicht so bedeutend, während anderes, das ich für besser halte, beispielsweise, die "Mimi" nicht so beachtet oder einseitig kritisiert wurde.