Als würde der Lärm weggesaugt. Oder: Die Freude des Autors mit Kopfhörern.

Kopfhörer - Schreibuntensil

Ich habe mir diese Kopfhörer gekauft, weil ich sie einmal bei einem Flug ausprobiert habe. Der erste Eindruck: liegt wolkenweich an meinen Ohren (bislang waren alle gepolsterten Kopfhörer unangenehm für mich). Aber dann! Dann dieser Schalter am rechen Kopfhörer – als ich den betätigte: ein Gefühl, als würde der Lärm weggesaugt. Als würde ich abtauchen. Damals wusste ich noch nicht, wozu ich sie brauchen würde, aber ich wusste: die Kopfhörer musste ich haben :-)

Mittlerweile setze ich beim Schreiben ein. Entweder, um es still zu haben, oder um Musik zu hören.

Und wenn ich die Kopfhörer absetze, merke ich, wie laut die übliche Stille um mich herum ist (Straßenlärm bei gekipptem Fenster, Rauschen der Kaffeemaschine – all das ist fort). Erstaunlich. Ein Nebeneffekt: Ich brauche die Musik nicht so laut aufdrehen, denn die Kopfhörer reduzieren den Umgebungslärm, also braucht nichts übertönt zu werden, und das schont die Ohren.

Bose QuietComfort 15

Was, so schnell kann ich schreiben?

Anzahl der Worte - Gemeinschaftsroman - 2013-05-09

Das zweite Romanprojekt, das ich mit Isolde Bermann gestartet habe, hat bereits 68.000 Zeichen – das sind 40 Romanseiten, obwohl wir erst vor drei Wochen mit dem Schreiben losgestartet sind!

Und die Qualität? Da wir zu zweit arbeiten, braucht es keine kompletten Überarbeitungen mehr – da wir uns laufend abstimmen.

Wir haben – gefühlt – kaum noch begonnen, und schon ist ein Zehntel des Romans fertig. Unglaublich. Schön.

PoeTree – der Literaturbaum zum Pflücken und Bestücken

poeTree

Das Grazer Autorinnen und Autoren Kollektiv GRAUKO ist voll aktiv. Diesmal in Judenburg, wo Margarita Kinstner derzeit lebt – hatte die doch das dortige Aufenthaltssipendium gewonnen.

GRAUKO hat die Tradition des poeTree begründet und liest vor diesem Baum am Samstag, dem 11. Mai.


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Reinfühlen! Neuer Romanbeginn!

Ein neuer Romanbeginn. Hineinfühlen! Stimmungen aufsaugen! Den Schreibraum zu einem emotionalen Schlachtfeld machen. Hilfsmittel? Filme. Ja, das gibt es diesen einen Film, der immer wieder mich vorantreibt, der schon bei vielen Romanen emotionales Rohmaterial war.

Und diesmal: Ein Zimmer in Graz. Darin ein Romanautor. Der etwas schreiben muss, was er niemals schreiben kann, und der sein Schicksal um einen Lebenssinn anfleht. Und weil jeder bekommt, was er will, bekommt er einen. Mit dermaßen einer Gewalt, dass binnen Sekunden nichts mehr ist wie vorhin.

Wer seinen Text überarbeitet, der sündigt! (Video über drei Autoren in Naked Lunch)

Da treffen sich drei Autoren und bereden eines der brennenden Schreibthemen:

Du darfst nicht überarbeiten,
denn überarbeiten ist eine Lüge!
Du betrügst deine Gedanken!
Den Fluss und den Rhythmus und das
Heraussprudeln der Worte anzutasten,
ist Verrat und Sünde, Martin.
Es ist eine Sünde.

Ich lehne deine katholische Interpretation…
meines Zwangs, alles hundertmal
neu zu schreiben, ab.
Schuld ist der Schlüssel.
Nicht Sünde.
Die Schuld, nicht mein Bestes zu geben.
Die Schuld, nicht alles aus jedem Blickwinkel zu betrachten.
Ausgewogenheit.

Was ist mit der Schuld, deine
besten Gedanken zu zensieren?
Deine ehrlichsten, primitivsten Urgedanken?
Darauf läuft deine Überarbeitung hinaus.

Ist Überarbeitung wirklich Zensur, Bill?
Ich bin komplett gefickt wenn es so wäre.

Vertilge alle rationalen Gedanken.
Das ist der Schluss, zu dem ich gekommen bin.

(Naked Lunch, Romanverfilmung des Buches von William S. Burroughs)

Wenn schon Zorn, dann aber richtig!

Francisco Collantes - Troya

Folgendes ist mir beim Shakespeare-Studium begegnet. Grandios, wie der Zorn durch sich selbst stolpert. Armer Lear.

Ich will mir nehmen solche Rach’ an euch,
Daß alle Welt – will solche Dinge tun –
Was, weiß ich selbst noch nicht; doch soll’n sie werden
Das Grau’n der Welt. Ihr denkt, ich werde weinen?

Nein, weinen will ich nicht.
Wohl hab’ ich Fug zu weinen; doch dies Herz
Soll eh’ in hunderttausend Scherben splittern,
Bevor ich weine. – O Narr, ich werde rasend!