schreiben – Autorenblog von Thomas Wollinger.
20. Mai 2012
Beitrag 1002

Der GRAUKO Maibaum steht bereit. Für eure Texte.

Hier haben wir von GRAUKO Anfang Mai unsere Texte aufgehängt, und hier hängen Grazer ihre Texte dazu.

Und alle Nichtgrazer: Ihr könnte es per Internet tun.
Auf www.grauko.at.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort

19. Mai 2012
Beitrag 1001

Aktives Nichtschreiben

Letztens gerate ich in Schreibstimmung. Schlittere in das Gefühl meines Romanhelden. Mir kommen Worte in den Sinn, die ich niederschreiben möchte. Ich bin also bereit für die kommende Szene.

Und was mache ich? Ich mache mir Essen.

(Früher musste jeder Gedanke gleich geschrieben werden, als wäre er unwiderbringlich. Jetzt kann ich das Gedachte etwas besser genießen. Wenn es wirklich wichtig und gut ist, verflüchtigt es sich nicht, weil es weiter in mir arbeitet. Nichtschreiben ist der Gegendruck zum Schreiben, Nichtschreiben fördert das Drängende in den Sätzen, und am Ende sind sie Sätze so stark in mir, dass sie raus müssen, roh und aus einem Guss.)

Themengebiet Romantagebuch
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Das werde ich jetzt auch gleich ausprobieren, allerdings nicht mit Essen, das mach ich nebenbei, zur Belohnung und zum Vergnügen. Mit dem Schreiben habe ich das noch nicht so verknüpft, eher lese ich dabei das was besonders spannend ist. Aber ich mache mich auf zu einen Recherchetag, der beginnt zwar auch bei der Post mit einem Frühstück, aber das neugemachte Notizheft ist eingepackt, ein Tagesfahrschein wird entwertet und dann ab in die Tram, Bus- U-Bahn und erkunden, ob sich da vielleicht Ideen und Skizzen für das geplante "Literaturgeflüster-Texte-Buch" holen läßt. Die mir am besten erscheinenden Artikel habe ich dafür schon ausgesucht, das Vorwort und das Inhaltsverzeichnis geschrieben. Jetzt fehlen sicher noch ein paar literarische Skizzen und da es ja auch schon einen Arbeitstitel, eine Idee und eine erste Szene für den nächsten, nun wirklich großen Roman gibt, kann ich mich da auch schon umschauen, durch die Stadt fahren und mich inspirieren lassen, Beoachtungen aufgreifen, den Blick schulen, vielleicht einmal jemanden kurz nachgehen, sich eine Geschichte auspinnen, etc, ich freue mich auf den Recherchetag, ob und was herauskommt, wird man morgen im Literaturgeflüster nachlesen können und vielleicht im Best of Literaturgeflüster-Buch, das es in der bewährten gedruckten Form geben wird oder dann im nächsten Jahr im übernächsten Roman, denn die "Wiedergeborene" muß ja auch noch herausgebracht werden

18. Mai 2012
Beitrag 1000

der tausendste eintrag auf meinem blog lautet…

Danke, liebe Leserinnen und Leser, für eure fast tausend Kommentare, die ihr hier hinterlassen habt.

Themengebiet Romantagebuch
Schlagwort

17. Mai 2012
Beitrag 999

Aus der 237teiligen Serie: Was es so alles gibt bei Worten. Heute: Das rekursive Akronym

Als rekursives Akronym bezeichnet man eine Abkürzung, die in der Erklärung ihrer Bedeutung rekursiv auf sich selbst verweist, d. h. paradoxerweise seine eigene Abkürzung als Teil des ausgeschriebenen Begriffs enthält.

Quelle: Wikipedia

Ich weiß noch nicht, wie mich diese Information betrifft.

Ist vielleicht ein Aufruf für mehr Rückbezüglichkeit in der Sprache. Dieses postmoderne Zeug meine ich – also den Text zum Inhalt des Texts machen, die Arbeit am Text zum Teil der Handlung des Texts machen.

Vielleicht auch nicht.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Was es nicht alles gibt, habe nicht viel verstanden, wie das mit der Rückbezüglichkeit ist, denke aber, damit gewinnt man beim Bachmannpreis nicht und die Arbeit am Text in der Geschichte beschreiben, kommt nach meiner Erfahrung bei den Experten nicht gut an, ich mach das manchmal das ich über das Schreiben in meinem Fall, das erfolglose Schreiben schreibe und denke wieder, in Zeiten, wo schon alles geschrieben wurde, probiert man eben viel aus. So gesehen wäre das Schreiben über den Text im Text ja etwas Neues und wir beide schreiben in unseren Blogs ja auch sehr viel übers Schreiben

16. Mai 2012
Beitrag 998

Arbeite am Denken meines Romanhelden…

… und höre dabei seltsame Musik. Mein Romanheld ist vielleicht der, der die xkcd-Comics zeichnet. Jedenfalls arbeitet er in IT-Projekten. Er stellt viele unangenehme Fragen. Das heißt: den anderen stellt er diese Fragen. Sich selbst nicht. Sich selbst weicht er aus.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
Schlagwort

15. Mai 2012
Beitrag 997

Jeder hat so seine eigenen, seltsamen Inspirationsquellen, oder?

Habe xkcd.com als Quelle für geistige Lockerung und Inspiration gefunden.

xkcd schreibt über sich:

I’m just this guy, you know? I’m a CNU graduate with a degree in physics. Before starting xkcd, I worked on robots at NASA’s Langley Research Center in Virginia. As of June 2007 I live in Massachusetts. In my spare time I climb things, open strange doors, and go to goth clubs dressed as a frat guy so I can stand around and look terribly uncomfortable. At frat parties I do the same thing, but the other way around.

Ich sehe mir so ein xkcd-Comic an und frage mich: was will es mir sagen, für mein Schreiben?

1) In Wirklichkeit: Nichts, weil mich xkcd nicht kennt.

2) Obiges Bild etwa. Es ist ein Aufruf an mich. Denn oft falle ich beim Schreiben in die Falle, dass ich meinen Helden Möglichkeiten durchdenken lasse anstatt zu zeigen, was der Held tut. Darum: Thomas, schreib was ist, nicht, was möglicherweise ist.

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort ,

14. Mai 2012
Beitrag 996

Zufallsgeschichten

Manchmal ersehne ich mir den Einsatz eines Zufallsgenerators…

Aber nur manchmal. Denn meistens will ich die Illusion, dass ich alles steuern und schreiben kann wie ich will und ich im Schreiben gar nicht Gefangener von irgendwelchen Zusammenhängen bin.

Quelle: xkcd

Themengebiet Vom Rand des Schreibens
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Man sollte es schon selbst steuern oder es wenigstens versuchen, aber natürlich gibts das Unbewußte, das einen lenkt, ohne daß man es merkt. Ich merke das meist an meinen Namen. Da hör ich einen schönen im Fernsehen, les ihn in der Zeitung, speichere ihn und verwende ihn dann Monate später in einem Text ganz jungfräulich, beim Herzeigen später kommen dann die Fragen "Ist das der bayrische Schauspieler, wieso heißt Ihre Heldin wie eine Schweizer Musikerin? Da braucht man dann den Zufallsgenerator der solche Zufälle ausscheidet, aber dann ist das was überbleibt, vielleicht nicht mehr so originell?

13. Mai 2012
Beitrag 995

Ute Schlerath: Live beim GRAUKO Maibaumaufstellen

Mehr vom GRAUKO Maibaumaufstellen, das am 5.5.2012 in Graz stattgefunden hat, findet ihr auf www.grauko.at.

Themengebiet Lesungen im Video, Videoblog
Schlagwort , ,

12. Mai 2012
Beitrag 994

Ringen um Struktur und Einstieg.

Ich könnte nun beginnen, eine Struktur für den Roman zu erfinden. Und würde dann, nach viel Umhertun und Streichen doch bei den Prinzipien ankommen, die sich bewährt haben.

Andererseits könnte ich gleich mit Bewährtem beginnen.

Es ist ja alles da! Ich habe ja schon so vieles über das Schreiben gelesen! Ich meine die mythologischen Grundmuster. Ich meine die Odyssee des Drehbuchschreibers von Christopher Vogler. Demnach ist der Einstieg die gewohnte Welt des Helden. Bevor ihn der Ruf des Abenteuers ereilt. Der Ruf des Abenteuers bringt den Helden aus seiner Bequemlichkeit heraus.

Lese mich mal wieder ein. Ab Seite 159.

Disclaimer: Ich habe sehr wohl die Handlung vor mir und die Entwicklung des Romanhelden. Aber die Ausformungen der Handlung habe ich nicht. Die Ausrichtungen der Szenen/Phasen ebenso nicht. Und dafür suche ich Muster.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
Schlagwort ,

Eva Jancak meint: Ich seh da wieder den brühmten Grundkonflikt, ich sitze vor dem Notizbuch mit dem Romanbeginn, denke jetzt wird alles neu und anders und nie dagewesen und ein paar Szenen bin ich beimeinen alten Mustern oder wie es bei mir gestern Abend war, saß ich "Die Frau auf der Bank" in der Handtasche, wo sich eine Außenseiterin mit einer anderen auf einer Parkbank trifft oder darüber resumiert, in der Hauptbücherei, bei der Vorstellung von Milena Michiko Flasars neuen Erfolgsroman, die eine ähnliche Sprachkünstlerin, wie Andrea Winkler sein dürfte, wo sich auch zwei Außenseiter auf einer Bank treffen. Das hat mir dann wieder einen Schock versetzt, denn was macht man, wenn das, was in einem Drinnen ist, nicht so fulminant wortgewaltig ist? Da bin ich wahrscheinlich bei den sozialpsychologischen Dimensionen und komme mit den reinen Sprachlehrbüchern nicht weiter, obwohl ich natürlich weitermache und schon eine Idee für das Nächste in mir habe. Aber am Rathausplatz bei der Festwocheneröffnung waren sieben musikgewaltige Jugendliche zu hören und eine Jury hat die drei besten, drei junge Männer, ausgewählt. Da lobe ich mir die Bezirksschreiberabschlußlesung Alsergrund, da haben mit Emily Walton zwei andere Finalistinnen gelesen und Emily Walten bietet jetzt eine WIFI -Weiterbildung "Wie werde ich Schriftstellerin an", für dich sich die hoffnungsvollen Schreiber natürlich interessieren. Da habe ich mir wieder gedacht, was ist, wenn ich das zwar will, aber nie zu den Finalisten komme, in einer Gesellschaft, die das irgendwie von einem fordert? Aufgeben natürlich nie, aber manchmal wird man schon ein bißchen depressiv dabei

11. Mai 2012
Beitrag 993

Bin ungeduldig. Will den Einstieg finden. Mein Kampf gegen alte Muster.

o beginne ich meine Geschichte?

Es ist doch dieses alte Muster: um das Treffen zweiter Menschen, A und B, zu beschreiben, fange ich dann damit an, wie A seine Wohnung verlässt und über B nachdenkt? Oder beginne ich mit dem Warten von A, dass B endlich kommt? Oder beginne ich mit den ersten ausgetauschten Worten, Berührungen?

“Kommt darauf an, was das Ziel der Szene ist”, lautete meine Antwort, wenn ich wegen so einer Schreibsituation um Rat gefragt wurde.

Was ist das Ziel genau? Nur weil ich anderen Menschen beim Schreiben helfe, heißt das nicht, dass es bei mir von selbst rennt. Beileibe nicht. Bin ungeduldig.

Themengebiet Romanprojekt "ausgegraben"
Schlagwort

Eva Jancak meint: Tja, wieder so ein Stolperstein, der mich und wie zu lesen auch den Experten beschäftigt. Bei mir fängt es oft mit einem Aufbruch, einem Geburtstag, einem Weggehen an und dann hat Angelika Reitzer ihren letzten auf eine Shortlist gekonnenen Roman auch damit begonnen und ein Kritiker hat abfällig genörgelt "Nicht schon wieder ein Familienfest!" Das trage ich nun im Kopf bei meinen Romananfängen und denke, ich darf doch nicht schon wieder- Aber wie soll ich beginnen, es wurde doch schon alles beschrieben? Wie geht man also gegen die alten Muster an? Eine interessante Gretchenfrage, die Antwort oben, auf das Ziel zu schauen, ist interessant, hilft aber auch nicht unbedingt weiter, denn was ist, wenn das Ziel ist, eine Mutter-Großmutter-Tochter Beziehung, wie beispielsweise in meiner "Absturzgefahr" zu beschreiben? Da passt das Geburtstagsfest der Mutter am Beginn, die "Dora Faust" hat aber auch schon mit einem solchen begonnen!